Erstmals seit 2014 ist wieder ein deutsches Frauen-Eishockeyteam bei Olympischen Spielen dabei, mit neun Spielerinnen stellen die Memmingen Indians die größte Fraktion der jungen Nationalmannschaft. Für alle Spielerinnen wird es ein neues Erlebnis. Obwohl das DEB-Team nur krasse Außenseiterchancen auf eine Medaille, können sie sich auf ihren Teamgeist verlassen.
Hadraschek: "Verstehen uns alle untereinander"
"Wir sind schon stolz darauf, dass wir so viele Spielerinnen aus Memmingen stellen", freut sich Stürmerin Nicola Hadraschek. "Wir verstehen uns alle untereinander." Für Kapitänin Daria Gleißner hätten es bereits die zweiten Olympischen Spiele sein können. "2014 habe ich mich im Vorbereitungsspiel verletzt", erinnert sich die 32-Jährige. Umso größer ist die Freude in diesem Jahr: "Ich bin mega dankbar, dass ich jetzt hier noch einmal mit den Mädels spielen darf."
Dass die Nationalmannschaft nach zwei verpassten Qualifikationen nun zurück auf der olympischen Bühne ist, erklärt sich Gleißner auch strukturell: "Ein Vorteil sind die Sportförderplätze der Bundeswehr, da haben wir einfach das Glück und das Privileg, dass wir da mehrere Spielerinnen haben."
Niederlage bei Generalprobe
Im November hatte das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod mit dem Turniersieg beim Deutschland Cup viel Selbstvertrauen getankt, doch die Generalprobe gegen Japan ging in der Verlängerung knapp mit 2:3 verloren. Am zweiten Gruppenspieltag (7.2., 12.10 Uhr) haben die Spielerinnen die Chance auf eine Revanche. Dann sind auch die PWHL-Stars Sandra Abstreiter, Laura Kluge und Katharina Jobst-Smith dabei.
Schiefer: "Alle sind ein bisschen nervös"
Im Gegensatz zur nordamerikanischen Profiliga wirkt die Eishockey-Bundesliga mit fünf Teams etwas karg besetzt. Bundestrainer Jeff MacLeod weiß die Arbeit dort trotzdem zu schätzen: "Memmingen ist eines der Topteams. Viele unserer Spielerinnen spielen dort. Sie wollen immer besser werden, genau wie wir."
Jule Schiefer von den Memmingen Indians kann sich den olympischen Trubel noch schwer vorstellen: "Alle sind ein bisschen nervös, auch aufgeregt. Wir wissen nicht so richtig, was uns da erwartet." Ob Außenseiterinnen oder nicht, mit Memminger Teamgeist will Deutschlands Frauen-Eishockey bei Olympia zeigen, dass es wieder dazugehört.
Die Vorrundenspiele der deutschen Frauen
- Donnerstag, 5. Februar: 12.10 Uhr: Schweden – Deutschland
- Samstag, 7. Februar: 12.10 Uhr: Deutschland – Japan
- Montag, 9. Februar: 16.40 Uhr: Deutschland – Frankreich
- Dienstag, 10. Februar: 16.40 Uhr: Italien – Deutschland
Der Kader im Überblick
Tor: Sandra Abstreiter (Victoire de Montréal/Kanada), Lisa Hemmerle (ERC Ingolstadt), Chiara Schultes (ECDC Memmingen Indians)
Verteidigung: Daria Gleißner, Ronja Hark, Charlott Schaffrath, Carina Strobel, Hanna Weichenhain (alle ECDC Memmingen), Hanna Hoppe (ESC Dresden), Nina Jobst-Smith (Vancouver Goldeneye), Tara Schmitz (Mad Dogs Mannheim)
Sturm: Anne Bartsch, Nicola Hadraschek-Eisenschmid, Jule Schiefer (alle ECDC Memmingen), Nina Christof (Rensselaer Polytechnic Institute/USA), Franziska Feldmeier, Celina Haider, Mathilda Heine (alle Eisbären Juniors Berlin), Laura Kluge (Boston Fleet/USA), Emily Nix (Frölunda HC/Schweden), Svenja Voigt (St. Cloud State University), Lille Welcke, Luisa Welcke (Boston University)
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