Es war wie ein Déjà-vu. Beim Bundesliga-Duell mit dem 1. FC Köln am Mittwoch lag in der Nachspielzeit Außenverteidiger Konrad Laimer auf dem Boden, konnte nicht weiterspielen. Weil das Wechselkontingent von Coach Vincent Kompany schon aufgebraucht war, brachte der FC Bayern den sicheren Sieg mit neun Feldspielern über die Spielzeit. Drei Tage vorher, im Spiel gegen den VfL Wolfsburg, gab es diese Situation schon mal. Nur, dass der Außenverteidiger Josip Stanisic hieß.
Vincent Kompany kann nur hoffen
Am Donnerstag kam dann die Hiobsbotschaft: Muskelfaserriss in der linken Wade. Wie lange Laimer ausfallen wird, ist noch nicht bekannt. Was allerdings schon seit Montag klar war: Auch Stanisic wird länger nicht auflaufen können. Der Deutsch-Kroate zog sich eine Kapselbandverletzung am rechten Sprunggelenk zu. Er wird dem Rekordmeister bis mindestens Anfang Februar fehlen.
"Hoffentlich kommen die anderen Spieler zurück", hatte Trainer Vincent Kompany aus Mangel an Optionen gesagt. "Wir haben noch einige, die uns bald helfen müssen."
Kimmich bald wieder zurück?
Zu diesen Spielern zählt Joshua Kimmich. Er musste sich seit der Länderspielpause im November mit Sprunggelenksproblemen herumplagen. Diese sollten voll auskuriert sein, bevor Kimmich sich wieder Belastungen aussetzen kann. Am Dienstag in der Presserunde vor dem Bundesliga-Duell mit Köln sagte Kompany noch, dass der Nationalspieler noch nicht wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt sei. Ein paar Stunden später soll er beim Abschlusstraining vor Köln mit aufgelaufen sein, wie die "Bild" berichtete. Im Kader stand er am Mittwochabend allerdings nicht.
Möglicherweise kann der Trainer aus Belgien am Samstag gegen Leipzig wieder auf die Stammkraft Kimmich setzen. Wichtig wäre es, gerade weil die Ausfälle von Stanisic und Laimer nicht die einzigen sind beziehungsweise bleiben könnten.
Muss Kompany wieder um Ito bangen?
Hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Sacha Boey steht noch ein großes Fragezeichen. Der Franzose wartet seit Anfang Dezember auf seine nächsten Spielminuten. Er leidet an einer hartnäckigen Magen-Darm-Erkrankung und soll Gewicht verloren haben. Nun befindet er sich aber wieder im individuellen Aufbautraining.
Ein weiteres Sorgenkind in der Abwehr der Münchner ist Hiroki Ito. Der Japaner stand zwar im Bayern-Aufgebot gegen Köln am Mittwoch wieder in der Startelf, musste aber nach einer Behandlungspause in der 88. Minute vom Platz. Seitdem er nach seinem Mittelfußbruch im November letzten Jahres zurückgekehrt war, konnte er noch kein Spiel durchspielen.
Die Alternativen: Guerreiro und Bischof
Immerhin gibt es zwei defensive Spieler, auf die Kompany aktuell setzen kann: Tom Bischof und Raphael Guerreiro. Letzterer kam gegen Köln in der 88. Minute für Ito auf den Platz. Auch gegen Wolfsburg am Sonntag wurde er eingewechselt, allerdings in der Offensive. Dort erzielte er den Treffer zum zwischenzeitlichen 5:1. Im Vergleich zu seinen Teamkollegen fehlt es ihm aber etwas an Tempo.
Der junge Tom Bischof könnte für Kompany in der aktuellen Phase eine wichtige Stütze sein, da er flexibel einsetzbar ist. In der Jugend hauptsächlich im zentralen Mittelfeld aufgelaufen, übernimmt er beim FC Bayern zunehmend auch defensive Aufgaben. Vor dem Jahreswechsel kam er vorrangig auf der Linksverteidigerposition zum Einsatz.
Rekordmannschaft trotz Verletzungsmisere
Trotz der Verletzungsprobleme in der Verteidigung des FC Bayern ist auf dem Papier alles gut. Sogar mehr als gut. Denn die Offensive brilliert aktuell wie keine andere. Durch den Sieg gegen Köln sicherten sich die Münchner einen Rekord: Mit 47 Punkten, 66 Toren und nur 13 Gegentreffern vollendeten die Bayern die beste Hinserie der Bundesliga-Geschichte. Damit löste Bayern-Coach Kompany sogar den bisherigen Rekordhalter Pep Guardiola ab.
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