Archivbild: Hubert Aiwanger und Markus Söder
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Warnsignale für Aiwanger im BayernTrend – und auch für Söder

Warnsignale für Aiwanger im BayernTrend – und auch für Söder

Zusammen fast 50 Prozent für CSU und Freie Wähler im BR24-BayernTrend – eine klare Mehrheit. Und doch hält die Umfrage für die Freien Wähler um Hubert Aiwanger manch Warnzeichen bereit. Auch die CSU kann sich nicht zurücklehnen. Eine Analyse.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Hubert Aiwanger greift mit Blick auf den Umfrage-Dämpfer für seine Freien Wähler auf einen "alten Spruch aus der Landwirtschaft" zurück: "Wenn man die Sau täglich wiegt, wird sie nicht fetter", sagt der bayerische Wirtschaftsminister, selbst auch Landwirt. Das "Wiegen" ist der erste landespolitische BR24-BayernTrend seit zwei Jahren. Aiwanger gibt sich zwar gelassen: "Für uns passen diese Ergebnisse." Doch die repräsentative Umfrage enthält für die Freien Wähler kurz vor der Halbzeit der Wahlperiode mehrere Warnsignale.

Schon im Januar 2024 waren die FW bei der Sonntagsfrage hinter die AfD zurückgefallen, jetzt rutschen sie auch hinter die Grünen (13 Prozent) – Aiwangers Lieblingsgegner. Mit 9 Prozent spürt die kleinere Regierungspartei sogar die gebeutelte Bayern-SPD im Nacken (8 Prozent). Einstellig waren die Freien Wähler in einem landespolitischen BayernTrend zuletzt vor fünf Jahren. Nach der enttäuschenden Europawahl 2024 und der Bundestagswahl-Pleite 2025 ist der Abwärtstrend auf Landesebene für die FW alarmierend.

Mit der FW-Talfahrt schrumpft Schwarz-Orange

Ein Trumpf Aiwangers ist sein Bekanntheitsgrad in Bayern: Neun von zehn Wahlberechtigten ist er ein Begriff. Doch sein Zustimmungswert ist (gegenüber Oktober 2023) um zehn Punkte auf 40 Prozent gesunken. Jeder Zweite ist mittlerweile unzufrieden. Hinzu kommt: Selbst viele FW-Anhänger sehen die Performance der schwarz-orangen Staatsregierung kritisch: 44 Prozent sind unzufrieden. Zum Vergleich: Unter den CSU-Anhängern sagen das 15 Prozent. Und die Wirtschaft, für die Aiwanger als Minister zuständig ist, ist aus Sicht der Bayern nach der Zuwanderungspolitik das zweitgrößte Problem im Freistaat.

Die CSU kann bei 39 Prozent ein Minus von einem Punkt verschmerzen. Zusammen mit den Freien Wählern würde es derzeit erneut für eine Mehrheit reichen. Den Höhenflug der Freien Wähler zu stoppen, hatte die CSU nach der Landtagswahl 2023 zwar zu ihrem Ziel erklärt. Allerdings zahlt das FW-Minus aktuell nicht bei den Christsozialen ein. Und so schrumpft mit den Freien Wählern auch die Mehrheit der Koalition, die Söder fortsetzen möchte. Eine noch stärkere Talfahrt kann nicht in seinem Sinn sein. Es ist eben nicht – wie Aiwanger sagt – ein "kleines Hin und Her zwischen CSU und Freien Wählern". Es profitiert die AfD.

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Der BR24-BayernTrend im Januar 2026: Sonntagsfrage

AfD kratzt an 20-Prozent-Marke

Für die These, dass es die AfD angesichts einer bürgerlich-konservativen Regierung in Bayern schwerer hat als in anderen westdeutschen Flächenländern, gibt der BayernTrend keinen Beleg her: Mit 19 Prozent liegt die AfD in Bayern auf einem ähnlichen Niveau wie zuletzt in den Ländertrends in Niedersachsen (20), Rheinland-Pfalz (19) und Baden-Württemberg (21). Nie zuvor verzeichnete die AfD bei einem landespolitischen BayernTrend einen so hohen Wert.

Laut CSU-Generalsekretär Martin Huber ist die beste Methode, der AfD den Nährboden zu entziehen, gutes Regieren. Der BayernTrend legt nahe, dass gerade AfD-Anhänger schwer zurückzugewinnen sein könnten: 84 Prozent von ihnen sind zur Halbzeit der Wahlperiode unzufrieden mit der Staatsregierung, mehr als bei Sympathisanten aller anderen Parteien.

Auch Söders Beliebtheit geringer

Söder hat zwar in den vergangenen Tagen einmal mehr gezeigt, wie gut er es versteht, sich ins Gespräch zu bringen. Zunächst sorgte er mit der Forderung nach mehr Arbeit und weniger Krankschreibungen für Aufsehen, dann schaffte er es mit dem Vorstoß für "weniger Bundesländer" in die Schlagzeilen. Doch so bekannt und erfolgsverwöhnt Söder bei seinen Zustimmungswerten ist: Auch seine Beliebtheit sinkt. Mit 49 Prozent liegt sie noch auf einem vergleichsweise hohem Niveau – es ist trotzdem ein Minus von sechs Punkten. Und mit der Arbeit seiner Staatsregierung sind mittlerweile mehr Menschen unzufrieden als zufrieden.

Sein Gespür für Stimmungen im Land hat Söder mehrfach bewiesen. Es ist sicher kein Zufall, dass er sich seit Wochen mal wieder von einer anderen Seite zeigt: ernsthafter, nüchterner. Anhaltspunkte, inwieweit das fruchtet und die schwarz-orange Mehrheit stabilisiert, dürfte erst ein weiterer BayernTrend irgendwann geben. Für die Parteien bieten Umfragen die Chance, rechtzeitig Schlüsse zu ziehen. Oder um in Aiwangers Bauern-Bild zu bleiben: Schweine zu wiegen, kann helfen, Probleme zu erkennen.

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Der BR24-BayernTrend im Januar 2026: Zufriedenheit mit der Staatsregierung

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