Flutlichtspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion: Die SpVgg Bayreuth empfängt die DJK Vilzing aus der Oberpfalz – eine Partie in der Regionalliga, die es in Zukunft so möglicherweise nicht mehr geben könnte. Denn das System der vierthöchsten Fußball-Liga in Deutschland soll reformiert werden.
Der Meister steigt nicht unbedingt auf: "Das ist natürlich schade!"
Momentan gibt es fünf verschiedene Ligen. Das Problem an dem System: Am Saisonende gibt es fünf Meister – aber nur vier Aufstiegsplätze. Der Geschäftsführer der SpVgg Bayreuth, Lorenz Röthlingshöfer, findet das nicht fair. "Aktuell ist es so, dass man nicht unbedingt aufsteigen kann, obwohl man Meister wird. Das ist natürlich schade!"
Röthlingshöfer befürwortet den Reformvorschlag, der zurzeit von den meisten involvierten Vereinen bevorzugt wird: das sogenannte Kompassmodell. Dabei gibt es nicht mehr fünf Ligen, sondern nur noch vier. Im neuen Modell sollen alle Klubs mithilfe von Künstlicher Intelligenz jedes Jahr neu eingeteilt werden – und zwar nach den kürzesten Fahrtstrecken. Vilzing würde dann in der Staffel Süd spielen. Die SpVgg Bayreuth in der Staffel Ost.
Spielt Bayreuth künftig auf einem höheren Niveau?
Für Röthlingshöfer wäre das ein Vorteil, denn neben Duellen mit traditionsreichen Mannschaften wie Chemie Leipzig oder Erzgebirge Aue erhofft sich der Geschäftsführer auch mehr Einnahmen durch den Ticketverkauf, weil mehr Auswärtsfans nach Bayreuth kämen.
Ein weiterer Vorteil durch das neue Modell: Man würde auf einem sportlich höheren Niveau spielen, findet Bayreuths Teammanager Sebastian Lattermann. Momentan hätten es bayerische Mannschaften als Aufsteiger in der 3. Liga schwer. "Vielleicht wird dieser Sprung dann etwas weniger schwer. Denn wenn man sich eine Saison lang in der Regionalliga mit Besseren misst, ist der Schrecken in der 3. Liga nach dem Aufstieg vielleicht nicht ganz so groß, wie wenn man sich mit vermeintlich Schwächeren misst", so Lattermann.
Regionenmodell als Alternative zum Kompassmodell
Als Gegenvorschlag zum Kompassmodell existiert das Regionenmodell. Dieses basiert auf der Zusammenlegung der Regionalligen Bayern, Nord und Nordost in zwei neue Staffeln, während Südwest und West weiterbestehen. Das bedeutet im Grunde genommen hauptsächlich eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost und die Verteilung von deren Klubs auf die nördliche und die bayerische Staffel.
Während man in Bayreuth für das Kompassmodell plädiert, hatte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) zuletzt Bedenken ob der bevorzugten Modelle der Regionalliga-Reform geäußert. Die bisherigen Ergebnisse und die Beschränkung auf zwei Lösungsvorschläge seien zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend konsensfähig, so BFV-Präsident Christoph Kern. "Wir sind uns einig, dass es einen breiteren Blick braucht", sagte er nach einem Treffen von bayerischen Klubs in einer Verbandsmitteilung.
Der BFV will "weitere Lösungsmöglichkeiten beleuchten"
Der BFV stellte klar, dass er sich einer Lösung mit der Zielsetzung "Der Meister muss aufsteigen" nicht verschließe. Nach der ersten inhaltlichen und ausdrücklich nicht abgeschlossenen Diskussion ließen die Klubs verlauten, dass "weitere Lösungsmöglichkeiten beleuchtet werden" sollten. Es genüge nicht, sich auf die einzige Festlegung zu beschränken, die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier zu reduzieren. Die von der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen zwei Ideen berücksichtigen demnach bisher nicht ausreichend die dritte und fünfte Spielklassenebene.
Die bayerischen Vertreter brachten zudem ein neues Modell in die Diskussion ein: Dabei könnte in allen fünf Ligen nach einer Vorrunde eine Teilung erfolgen. Die oberen Klubs spielen in vier Ligen je einen Meister/Aufsteiger aus. Die Teams aus der unteren Tabellenhälfte bleiben weiter in ihren regionalen Strukturen und bestreiten in ihren fünf Ligen jeweilige Abstiegsrunden. Dies soll im BFV nun von einer eigenen Arbeitsgruppe weiter erörtert werden.
Regionalliga-Reform kommt frühestens zur übernächsten Saison
Es scheint also noch ein weiter Weg, bis sich auf eine Regionalliga-Reform geeinigt wird, frühestens zur Saison 2028/29 könnte sie umgesetzt werden. Unabhängig davon muss die SpVgg Bayreuth bis dahin aber immer noch in der Regionalliga spielen. Für diese Saison sieht es mit dem Klassenerhalt schon mal gut aus, Bayreuth hat mit 3:0 gegen Vilzing gewonnen, der Abstand auf die Abstiegsplätze ist größer geworden.
Welche Vorteile bringt die Regionalliga Reform?
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