Vorrangig geht es am Samstagnachmittag im Karlsruher Wildpark um den Supercup. Also die Trophäe, die zwischen dem Meister der Frauen-Bundesliga und dem Pokalsieger ausgespielt wird. Beides sind in diesem Jahr die FC Bayern Frauen, weshalb der VfL Wolfsburg als Vizemeister nachrückte.
Das Duell der beiden Großmächte im deutschen Frauenfußball könnte einmal mehr die Vormachtstellung der Münchnerinnen beweisen, die sie dem VfL inzwischen abgenommen haben. In den letzten fünf Jahren hieß der Meister viermal FC Bayern München. Auch den Supercup sicherte sich der FCB im letzten Jahr und ist in diesem Jahr Favorit auf die Titelverteidigung.
Neuer Trainer Barcala warnt vor starkem Wolfsburg
Vor dem Spiel wollen die Spielerinnen und der neue Trainer davon aber noch nichts wissen. "Es ist der erste Titel der Saison, wir müssen also gut vorbereitet sein. Wir wissen, wie stark Wolfsburg ist", zollt der neue Trainer José Barcala im BR24Sport-Interview den Wölfinnen Respekt.
"Dass es eng wird, ist keine Frage", weiß auch Nationalspielerin Klara Bühl. "Wolfsburg hat einen super Kader, aber wir natürlich auch." Zu dem gehört auch wieder Lena Oberdorf wieder. Die 23-Jährige wechselte schon vor einem Jahr nach München, verpasste aber ihre Premierensaison aufgrund eines Kreuzbandrisses. Nach ihrem Comeback im Testspiel gegen Lyon könnte sie ausgerechnet gegen ihren Ex-Klub Wolfsburg ihr Pflichtspieldebüt für den FC Bayern geben. "Ich habe immer noch eine gute Verbindung zu Wolfsburg", erklärt Oberdorf und verspricht "eine Partie auf Augenhöhe".
Nationale Titel Pflicht: "Alles andere wäre fast lächerlich"
Die FC Bayern gehen runderneuert in die neue Spielzeit. Mit Barcala ist ein neuer, ambitionierter Trainer da, der bei seiner Vorstellung verlauten ließ, dass er in München gerne die Champions League gewinnen wolle. Ein sehr ambitioniertes Ziel angesichts der Tatsache, dass die Münchnerinnen es zuletzt vor fünf Jahren ins Halbfinale der Königsklasse geschafft hatten. "Wir wollen Spiele gewinnen und sie dominieren", sagte Barcala in einer Medienrunde im Trainingslager in Tirol.
Sportdirektorin Bianca Rech präzisiert: "Wir sind der Meinung, dass wir im vorderen Drittel offensiver pressen können." Für die 44-jährige Ex-Spielerin ist klar: "Dass nationale Titel auf unserer Agenda stehen, darüber müssen wir gar nicht reden. Alles andere wäre fast lächerlich."
Neuzugänge und Verletzungs-Rückkehrerinnen
Auch im Team hat sich einiges getan. Mit den Transfers von Vanessa Gilles (Angel City FC), Stine Ballisager (AC Florenz) und Barbara Dunst (Eintracht Frankfurt) hat sich der FC Bayern nicht nur in der Kaderbreite gut verstärkt, sondern auch an Qualität dazugewonnen. Doch Dunst fehlt wegen eines Kreuzbandrisses noch länger. Giulia Gwinn ist nach ihrer bei der Europameisterschaft erlittenen Knieverletzung noch nicht wieder fit.
Dafür kündigt sich die Rückkehr von Pernille Harder an. Die dänische Nationalspielerin hatte sich ebenfalls bei der EM am Oberschenkel verletzt, könnte aber vielleicht schon zum Bundesliga-Start gegen Leverkusen wieder auf dem Platz stehen. Ansonsten meldet sich Oberdorfs Rehapartnerin Katharina Naschenweng nach ihrem Kreuzbandriss zurück. Auch Georgia Stanway hatte fast die komplette Rückrunde verpasst und zählt wieder zum Kader.
Vorbereitung mit Höhen und Tiefen
Hinter den Fußballerinnen des FC Bayern liegt eine kurze Vorbereitung. Trotzdem habe man in den drei Testspielen einiges mitnehmen können, wie Klara Bühl zu berichten weiß. Das 1:4 gegen Olympique Lyon, gegen die der FCB schon in der Vorsaison im Champions-League-Viertelfinale gescheitert war, zeigte aber einmal mehr, wie viel Barcalas Team noch zur Weltspitze fehlt. Neben einem 2:2 gegen den FC Zürich gewann Barcalas Team aber auch eindrucksvoll mit 4:1 gegen Real Madrid.
Nun steht der Supercup an, der zugleich die Generalprobe für den Start in die Bundesliga darstellt. "Wir freuen uns, dass es endlich losgeht. Das Kribbeln ist schon da", kann es Rech kaum erwarten. Am 6. September empfangen die FC Bayern Frauen in der Münchner Arena Bayer Leverkusen zum Eröffnungsspiel.