Im Ziel fielen sich Laura Gimmler und Coletta Rydzek erleichtert in die Arme. Nach einem kräftezehrenden und packenden Sprintrennen, in dem Rydzek im Schlussspurt Platz drei mit denkbar knappem Vorsprung über die Ziellinie brachte, fiel die ganze Anspannung ab. "Wir standen so brutal unter Druck. Wir haben diese Nacht beide nicht geschlafen, Coletta hat sich ein paar Mal übergeben. Aber das ist jetzt alles egal", strahlte Gimmler.
Das Duo erlöste in Val di Fiemme, vier Jahre nach dem Sensations-Gold von Katharina Hennig Dotzler und Victoria Carl in Peking, mit der ersten Medaille auch das deutsche Langlauf-Team um Bundestrainer Peter Schlickenrieder. "Wir leben gerade unseren Traum", fasste Gimmler die Emotionen zusammen.
Rydzek: "Wusste, dass ich alles rauslassen muss"
Die beiden DSV-Stars waren die über sechs im Wechsel gelaufenen 1,5-km-Runden taktisch klug angegangen. Gimmler hatte vor dem letzten Wechsel am sogenannten Zirzi-Anstieg das Tempo angezogen und konnte als Viertschnellste an Rydzek übergeben. Die wusste, dass sie jetzt "alles rauslassen muss, das ist unser Traum." Ihr Motto auf der Strecke: "Es muss nicht perfekt sein, es muss nur passen."
Passend bekam es die Allgäuerin vor den Augen von Bruder Johannes Rydzek im Zielsprint dann grandios hin. Mit einer letzten Kraftanstrengung schob sie den Ski nur wenige Zentimeter vor der Norwegerin über die Ziellinie. "Solche Geschichten schreibt nur Olympia. Da sind schon einige Tränen geflossen", sagte der zweimalige Kombinations-Olympiasieger zum Erfolg seiner Schwester.
Gimmler: "Wir haben es verdient."
Mit der Siegerehrung war das Erreichte schon ein Stück weit bei den Allgäuerinnen angekommen. Nun heißt es "Alles aufsaugen, alles mitnehmen", so Rydzek. Auch wenn es für Gimmler noch "unglaublich" erscheint, klar ist für die 32-Jährige am bislang schönsten Tag der Spiele: "Wir haben es verdient."
Gold ging an die schwedischen Topfavoritinnen Jonna Sundling und Maja Dahlqvist. Silber holten sich die Schweizerinnen Nadja Kälin und Nadine Fähndrich.
Video: Rydzek und Gimmler – das dramatische Finish
Coletta Rydzek (l, Deutschland) und Laura Gimmler (Deutschland) jubeln bei der Siegerehrung
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