Behindertensportler aus aller Welt zu Gast im Bayerischen Wald: Am Dienstag hat in Finsterau im Landkreis Freyung-Grafenau mit einer Eröffnungsfeier offiziell der FIS Para Cross Country World Cup begonnen. Bei diesem Weltcup für Langläufer und Langläuferinnen mit Handicap werden etwa 200 Teilnehmende aus 25 Nationen dabei sein, unter anderem aus Brasilien, Japan und Südkorea. Nach einer Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS dürfen auch russische und belarussische Sportler an den Start gehen.
Kritik an CAS-Urteil
Diese Entscheidung stößt beim Deutschen Behindertensportverband (DBS) auf Kritik.
Vorstand Idriss Gonschinska sagte, man habe die Entscheidung zu akzeptieren, sie widerspreche jedoch der moralisch-ethischen Grundhaltung des DBS und dessen sportlichen Wertvorstellungen. Gonschinska: "Dass russische und belarussische Athleten hier dabei sind, ist aus unserer Sicht insbesondere für die Teilnehmenden aus der Ukraine unzumutbar." Ähnliche Kritik äußerte auch DBS-Präsident Hans-Jörg Michels.
Freier Eintritt für Zuschauer
Ab Mittwoch geht es für die Athleten unter anderem um die Qualifikation und die letzten Tests für die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina (06. bis 15.3.). Die Rennen werden in drei Handicap-Klassen (stehend, sitzend und sehbehindert) und in verschiedenen Distanzen ausgetragen. Am letzten Wettkampftag (Sonntag, 18.1.) stehen noch die Staffelwettbewerbe auf dem Programm. Die Rennen beginnen jeweils um 10 Uhr. Zuschauer haben freien Eintritt.
Para-Langläufer Max Weidner am Start
Mit dabei ist auch der Langläufer Max Weidner aus Neureichenau. In der Loipe kann er nur einen Stock benutzen. Seine rechte Hand ist verstümmelt. Ein Arbeitsunfall, wie er sagt: "Ich hab mir alle Langfinger abgeschnitten an der rechten Hand. Das ist aber kein Grund aufzugeben. Ich hab schnell erkannt, dass der Weg nach vorne gehen muss und hab' geschaut, was da noch möglich ist".
Der 36-Jährige ist heute einer der besten Para-Langläufer Deutschlands. Das nächste Ziel: die Paralympics im März in Italien. Voraussichtlich vier Mal geht Max Weidner beim Weltcup in Finsterau an den Start. Das erste Mal am Mittwochnachmittag.
Dank Schneefälle kann das Event stattfinden
Für das ehrenamtliche Team des SV Finsterau ist der Para-Langlauf-Weltcup eine Mammutaufgabe. Etwa 100 Helfer und Helferinnen sind seit Monaten im Einsatz. Bis Ende Dezember musste man noch wegen Schneemangels zittern. Nach den heftigen Schneefällen der letzten Tage ging es hauptsächlich um die optimale Präparierung der Loipen in und um das Langlauf- und Biathlonstadion. Ehrenamtliche kümmern sich auch um die Versorgung der Gäste.
Insgesamt, so ein Sprecher des SV Finsterau, sind 500 Athleten, Betreuer und Trainer zu Gast – so viele wie Finsterau Einwohner hat.
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