Auf den Plätzen drei und fünf sorgten der Thüringer Felix Hoffmann und der Wahl-Oberstdorfer Philipp Raimund für einen vermeintlich starken Auftakt der Skispringer des Deutschen Skiverbands (DSV). Der Makel: Beim Sieg des Slowenen Domen Prevc waren Hoffmann und Raimund die einzigen DSV-Springer im zweiten Durchgang der Top 30.
Debakel für deutsche Springer im ersten Durchgang
Für den Rest der deutschen Skispringer ist die Vierschanzentournee nach dem ersten Springen dagegen schon komplett gelaufen. Pius Paschke, im vergangenen Winter noch die große Tournee-Hoffnung, verpasste als 33. im ersten Durchgang das Finale der besten 30 genauso wie Luca Roth, Andreas Wellinger und Constantin Schmid.
Wellinger, Doppel-Olympiasieger und letzter deutscher Oberstdorf-Gewinner 2023, schied als 49. und damit Vorletzter aus. Schmid wurde 50. Lokalmatador Karl Geiger war schon am Vortag in der Qualifikation auf seiner Heimschanze gescheitert. Damit haben Paschke & Co. keine realistische Chance mehr, bei der Vierschanzentournee um die Spitzenplätze mitzuspringen.
Domen Prevc - Überflieger aus einer anderen Dimension
Dagegen setzte Tagessieger Domen Prevc in Obertsdorf ein Ausrufezeichen, wie es deutlicher kaum sein könnte. Mit insgesamt 316,7 Punkten distanzierte er den zweitplatzierten Österreicher Daniel Tschofenig, immerhin der Tournee-Titelverteidiger, um satte 17,5 Punkte. Das sind umgerechnet bereits fast zehn Meter.
Timi Zajc disqualifiziert
Kurzzeitig war auch der Slowene Timi Zajc punktgleich Zweiter, wurde wegen eines Anzugfehlers aber nachträglich disqualifiziert. Der Anzug war im Schritt drei Millimeter zu groß, das teilte Weltverbands-Chefkontrolleur Mathias Hafele mit: "Das ist nicht viel, aber zu viel. Regel ist Regel."
Hoffmann rutscht aufs Podest
Dadurch rutschte Hoffmann von Platz vier noch aufs Podest, erst zum zweiten Mal in seiner Weltcup-Karriere stand der 28-jährige Thüringer auf dem "Stockerl".
"Ich musste schnell nochmal meine Startnummer rauskramen und dann ab aufs Podest. Doch noch Siegerehrung - glücklicherweise. Das war das i-Tüpfelchen in diesem Wettkampf. Es hat viel Spaß gemacht, ich wollte alles aufsaugen. Ich bin super zufrieden." Felix Hoffmann
Auch Raimund stark
Philipp Raimund fehlten nur 1,7 Punkte zum Podest, er war "insgesamt schon sehr zufrieden. Ich habe meinen Schneid nicht verloren. Das stimmt mich alles sehr, sehr positiv." Die beiden deutschen Skispringer liegen nach dem ersten von vier Tournee-Springen also beide voll auf Podestkurs. Nur Tagessieger Prevc springt derzeit in einer eigenen Liga.
"Was Prevc macht, können wir nicht beeinflussen. Wir haben aber dem Druck standgehalten, vor allem der Felix hat super performt. Wir sind dran!" Bundestrainer Stefan Horngacher
Das zweite Springen der Vierschanzentournee findet am Neujahrstag in Garmisch-Partenkirchen statt. Es folgen die österreichischen Springen in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar).
