Ein Mensch arbeitet an seinem Computer an einem Arbeitsplatz im Coworking-Space
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Die bayerische Start-up-Landschaft boomt.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Christian Charisius
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Die bayerische Start-up-Landschaft boomt.

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Bayern bei Start-up-Gründungen auf Platz 1

Bayern bei Start-up-Gründungen auf Platz 1

In Bayern sind im letzten Jahr so viele Start-ups gegründet worden, wie noch nie – etwa doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Freistaat liegt sowohl bei der Gesamtzahl als auch beim Wachstum auf Platz 1 und vor Berlin und NRW. Das sind die Gründe.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die bayerische Start-up-Landschaft boomt: Im Freistaat sind im vergangenen Jahr so viele Start-ups gegründet worden, wie noch nie. 2025 entstanden 785 neue sogenannte Wachstumsfirmen im Freistaat – 46 Prozent mehr als im Jahr davor, wie eine Analyse des Startup-Verbands zeigt. Damit liegt Bayern sowohl bei der Gesamtzahl als auch beim absoluten Wachstum im Bundesländervergleich vorn. Sachsen, Sachsen-Anhalt und das Saarland weisen zwar etwas höhere prozentuale Steigerungen auf, allerdings gibt es dort insgesamt nicht so viele Start-ups wie in Bayern.

Bayern noch vor NRW und Berlin

Außer im Freistaat gibt es noch eine große Start-up-Szene in Nordrhein-Westfalen und Berlin mit 658 beziehungsweise 619 Neugründungen. Beide wuchsen allerdings deutlich langsamer.

Bei den Pro-Kopf-Gründungen liegt der Stadtstaat Berlin jedoch unangefochten auf Platz 1: In Berlin leben zwar weniger Menschen als in Bayern, diese gründen aber deutlich häufiger ein Startup-Unternehmen. Auf 100.000 Einwohner in Berlin kamen 16,8 Startup-Neugründungen, in Bayern waren es lediglich 5,9. Im deutschlandweiten Vergleich liegt Bayern damit auf Platz drei. Beim Städtevergleich liegt München dagegen mit 19,3 Gründungen pro 100.000 Einwohnern auf Platz 1.

München und Starnberg mit den meisten Neugründungen

Insgesamt macht die Landeshauptstadt mit 290 Gründungen mehr als ein Drittel des bayerischen Wertes aus. In den Landkreisen München und Starnberg im Speckgürtel gibt es allerdings noch etwas höhere Werte von 25,1 und 19,4 Gründungen pro 100.000 Einwohner.

In ganz Deutschland ist die Zahl der Neugründungen um 29 Prozent, beziehungsweise 802 auf 3.568 gestiegen. Das ist ein Rekord und deutlich über dem Wert im Boom-Jahr 2021, als die Corona-Pandemie für einen Digitalisierungsschub sorgte und etwa Lieferdienste und Finanz-Apps beflügelte. Die Zahlen zeigten "den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums", sagt Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands.

KI fördert den Startup-Boom

Grund für die Rekordzahlen ist der Boom um Künstliche Intelligenz, der Gründungen erleichtert und neue Geschäftsfelder eröffnet. 27 Prozent aller gegründeten Start-ups nutzten KI als wichtigen Bestandteil ihres Geschäftsmodells, hieß es in der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Analysefirma Startupdetector entstand. Am meisten neue Firmen wurden bundesweit im Software-Sektor gegründet (853).

Künstliche Intelligenz präge die Gründungsdynamik in vielen Bereichen, sagte Arnas Bräutigam, Co-Gründer von Startupdetector. "Wir sehen KI immer häufiger dort, wo konkrete Probleme gelöst werden – von Software über Medizin bis hin zu industriellen Anwendungen wird sie das Fundament neuer Geschäftsmodelle."

Neugründungen aber auch Indikator für Wirtschaftsflaute

Ein wichtiger Grund für den Gründungsboom dürfte aber auch die Wirtschaftsflaute in Deutschland sein. So machen sich in Krisen üblicherweise viele Menschen aus der Not selbstständig, weil sich Jobchancen verschlechtern. Auch kamen Start-ups zuletzt wieder leichter an Geld von Investoren.

Der Report "Next Generation – Start-up-Neugründungen in Deutschland" liefert ein halbjährliches Monitoring zur Start-up-Branche (externer Link). Grundlage der Reihe sind die von der Analysefirma Startupdetector erfassten Daten zu Start-up-Neugründungen in Deutschland, die auf Handelsregisterdaten beruhen und seit 2019 erhoben werden.

Zum Video: Der große Traum vom Startup

Daniel Daum
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Daniel Daum

Mit Informationen von dpa.

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