Nach der Erhöhung der Beitragssätze bei vielen gesetzlichen Krankenkassen mit Beginn dieses Jahres ist der Preisabstand zwischen vergleichsweise günstigen und eher teuren Kassen deutlich größer als noch vor einigen Jahren. Lohnt es sich also, Ausschau nach einer neuen Krankenkasse zu halten?
Vor zehn Jahren waren die Möglichkeiten, durch einen Kassenwechsel Geld zu sparen, ein ganzes Stück geringer als heute: 1,4 Prozentpunkte lagen zwischen den günstigsten und den teuersten Kassen. Mittlerweile nimmt die teuerste Kasse 2,2 Prozentpunkte mehr als die günstigste: knapp 19 Prozent vom Bruttolohn im Vergleich zu knapp 16,8 Prozent.
Dreistellige Einsparmöglichkeit
Bei einem Monatslohn von beispielsweise 5.000 Euro lassen sich bei einem Wechsel also mehr als 100 Euro monatlich sparen, die sich bei Angestellten je zur Hälfte auf den Arbeitgeber und den Versicherten aufteilen. Dabei gilt die Faustformel: Je teurer die bisherige Kasse und je höher das Einkommen, desto größer sind die Einsparmöglichkeiten.
Grundsätzlich einfacher Kassenwechsel
Gesetzlich Krankenversicherte können grundsätzlich sehr leicht den Versicherer wechseln. Wer keine besonderen Anträge laufen hat, muss in der Regel nur einige Mausklicks im Internet setzen, oder sich per Telefon oder Brief bei einem neuen Versicherer anmelden.
Sozialverbände und Patientenberater weisen jedoch darauf hin, dass vor allem für chronisch Kranke, die etwa Hilfsmittel oder andere Unterstützungsleistungen beantragt haben, ein Kassenwechsel auch in der GKV Komplikationen mit sich bringen kann.
Beitragssprünge nicht ausgeschlossen
Allerdings zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahre: Besonders günstige Kassen werden mitunter innerhalb weniger Jahre deutlich teurer. Ein Beispiel dafür ist eine Kasse, die vor zehn Jahren besonders günstig war: die Metzinger BKK. Inzwischen ist sie durch eine Fusion mit der BKK mhplus verschmolzen und gehört zu den teuersten Kassen.
Ein Extrembeispiel war die BKK für Heilberufe. Sie war etliche Jahre lang sehr günstig und wuchs sehr schnell. Als sie die niedrigen Beiträge nicht mehr halten konnte, verlor sie rasant an Mitgliedern, geriet in Schieflage und wurde Ende 2011 von der zuständigen Aufsicht geschlossen.
Zustrom kann Probleme machen
Patientenberater berichten auch, dass günstige Kassen, zu denen wegen des niedrigen Beitragssatzes viele Versicherte wechseln, immer wieder Probleme haben, die Anliegen ihrer Versicherten zeitnah zu bearbeiten, weil der Andrang einfach zu groß sei. Allerdings nehmen günstige Kassen für sich in Anspruch, dass eventuelle Probleme in der Mitgliederbetreuung nur vorübergehend seien.
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