(Symbolbild) Mädchen packt am Nikolaustag Stiefel mit Nüssen und Schokonikolaus aus
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(Symbolbild) Schokolade und Spielzeug – Konjunkturfaktor Nikolaus
Bildrechte: picture alliance/dpa | Marijan Murat
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Schokolade und Spielzeug - Konjunkturfaktor Nikolaus

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Während sich kleine und große Kinder zum Nikolaustag auf das eine oder andere Geschenk freuen können, hofft man im Einzelhandel auf einen Umsatzschub. Allerdings wird in diesem Jahr weniger Schokolade als sonst nachgefragt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Für die deutschen Einzelhändler ist der Nikolaustag traditionell ein Umsatzbringer. Der Branchenverband HDE rechnet in diesem Jahr mit einem Zusatzgeschäft von rund eine Milliarde Euro, das läge in etwa auf dem Niveau des Vorjahreswertes. Davon entfällt ein dreistelliger Millionenbetrag auf den Freistaat, so Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbands Bayern HBE. Der größte Teil davon gehe dabei an Spielwarengeschäfte sowie den Lebensmittelhandel und dessen Süßwarenabteilungen.

Hohe Preise verderben die Schoko-Laune

Allerdings werden in diesem Jahr wohl weniger süße Nikoläuse verkauft als in den Vorjahren, sagte Ohlmann dem BR. Hintergrund sind die stark gestiegenen Kakao- und Schokoladenpreise. Die schlagen sich deutlich auf den Absatz von Schokoprodukten aller Art nieder. Die deutschen Schokoladenhersteller meldeten schon im Vorjahr einen Rückgang der Produktion um fast sechs Prozent, so das Statistische Bundesamt. Dieser Trend setzt sich in diesem Jahr fort.

Für die hiesigen Unternehmen ist deshalb der nach wie vor starke Export von Schokolade ein zunehmend wichtiges Standbein. 2024 lieferten deutsche Unternehmen 98.400 Tonnen Schokolade ins Ausland, etwa so viel wie im Jahr davor. Mit 12,3 Prozent ging die meiste Schokolade nach Frankreich. Polen erhielt 9,9 Prozent der deutschen Schokoladenexporte und Großbritannien 9,4 Prozent.

Doch auch deutsche Kundinnen und Kunden kaufen Schokolade aus dem Ausland. Nach Deutschland importiert wurden nach Angaben der Statistiker knapp 525.000 Tonnen. Mit Abstand wichtigster ausländischer Lieferant für deutsche Schokoladenfans ist Belgien.

Hasen beliebter als Nikoläuse

Mit einer schnellen Entspannung bei den Preisen ist nicht zu rechnen. Nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Süßwarenindustrie BDSI sorgen schlechte Ernten – auch bedingt durch den Klimawandel – dafür, dass wichtige Rohstoffe wie Kakao, Haselnüsse und Mandeln wohl auf absehbare Zeit verhältnismäßig teuer bleiben.

Schwierige Zeiten also für den Schokoladennikolaus. Der hat es ohnehin nicht einfach im Vergleich zu seinem Cousin, dem süßen Osterhasen. Nach Angaben des BDSI werden nämlich jährlich deutlich weniger Nikoläuse als Hasen verzehrt. Der Grund: Jahreszeitlich bedingt tritt der Schokonikolaus auch noch gegen andere vorweihnachtliche Leckereien wie Lebkuchen, Stollen und Plätzchen an. Ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Schokohasen, der im Frühling deutlich weniger süße Konkurrenz hat.

Weihnachtsgeschäft zwischen Hoffen und Bangen

Insgesamt blickt der deutsche Handel mit gemischten Gefühlen auf das angelaufene Weihnachtsgeschäft und damit seine umsatzstärkste Saison. Nach einer Erhebung des HDE ist die Verbraucherstimmung angesichts der schwachen Konjunktur auf ein Jahrestief (externer Link) gefallen. Dem Handel bleibt das Prinzip Hoffnung, so Bernd Ohlmann vom HBE: "An den Geschenken gerade für die Kinder wird zuletzt gespart."

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