Europa will im Weltraum unabhängiger werden von den USA und China
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Was der Raumfahrt-Boom für Bayerns Wirtschaft bedeutet

Was der Raumfahrt-Boom für Bayerns Wirtschaft bedeutet

Die Raumfahrt-Branche wächst rasant. In Bayern hat sich ein Schwerpunkt entwickelt: Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen sitzen hier, von großen Raumfahrtkonzernen bis zu kleinen Start-ups. Ein Blick auf eine Industrie, die kräftig abhebt.

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Bayern hat sich zu einem wichtigen Standort für die Raumfahrt entwickelt. Zwei Orte im Großraum von München spielen dabei eine zentrale Rolle: In Ottobrunn entstehen Bauteile für europäische Raketen, in Oberpfaffenhofen wächst ein wichtiger Standort mit vielen Start-ups und Satellitentechnik heran. All das verspricht neue Märkte und Arbeitsplätze in der Raumfahrtindustrie.

Schub für europäische Rakete aus Bayern

Die Ariane 6 soll Europas unabhängigen Zugang ins All sichern. Sie soll Satelliten transportieren, die auf der Erde immer wichtiger werden – für unsere Navigation, den Wetterbericht, die Kommunikation. Der Schub für die europäische Rakete kommt aus Ottobrunn bei München. Um die nötigen Triebwerke zu produzieren, ist unterschiedlichste Expertise gefragt: "Wir suchen immer mehr auch Mitarbeiter, die sich mit Programmierung, KI, Entwicklung, Automatisierung und Roboterisierung der Prozesse auskennen. Es werden nicht weniger Mitarbeiter, es wird viel mehr Produktion", sagt Ingenieurin Rita Alvarez, die bei der Ariane Group für die Produktion zuständig ist.

Auch Sabine von der Recke vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) sieht Deutschland in der Raumfahrtindustrie gut positioniert, wegen des großen Erfahrungsschatzes aus der Automobilindustrie. "Wir werden zum Beispiel Jobs aus der Automobilbranche übernehmen können", erläutert von der Recke. Europa plant neue Investitionen. Deutschland geht voran: 35 Milliarden Euro will die Bundesregierung in den kommenden vier Jahren in die Raumfahrt fließen lassen.

Wirtschaftsminister Aiwanger: Geld in Raumfahrt ist gut investiert

Laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger können Herausforderungen auf der Erde durchaus vom All aus angepackt werden: "Wir können damit Präzisionsfarming machen, Gesundheitsdaten transferieren, Klimaschutzdaten transferieren. Wir können Katastropheneinsätze über Satelliten steuern." In Bayern bringe die Investition nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch technisches Know-How.

Bei Weltraummanövern werden laut Aiwanger bayerische Firmen mit angebunden. "Dieses Geld ist auch gut investiertes Geld für unsere Firmen, für unsere Start-ups", so der Minister. "Wir sind in Bayern europaweit quasi Hochburg der Luft- und Raumfahrt – und das ist gut so", ergänzt Aiwanger.

Im Video: Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger zur Raumfahrt

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstützt das Thema Raumfahrt in Bayern. Die hohe Nachfrage bedeute auch Arbeitsplätze.
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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger unterstützt das Thema Raumfahrt in Bayern. Die hohe Nachfrage bedeute auch Arbeitsplätze.

Arbeitsplatzmagnet Space Valley in Oberpfaffenhofen

In Oberpfaffenhofen bei München befindet sich einer der größten Raumfahrtstandorte in Deutschland, ein "Space Valley" auf 265.000 Quadratmetern. Dort sitzt auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Standort wächst weiter, und damit die Hoffnung auf neue Jobs. "Wir haben schon viele Arbeitsplätze und es werden noch zusätzliche entstehen", betont Michael Sturm, Bürgermeister der Gemeinde Weßling. In der Raumfahrt und anderen Bereichen kämen einige hochqualifizierte Arbeitsplätze dazu.

In Oberpfaffenhofen entstehen mehrere Megabauvorhaben, darunter ein Mondkontrollzentrum, in das Bayern 58 Millionen Euro investiert. Es soll neben Houston in Texas schon in vier Jahren eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Mondmissionen spielen. Denn Europa will beim neuen Wettlauf zum Mond dabei sein – auch mit Blick auf mögliche Rohstoffe auf dem Erdtrabanten.

Ziel: Mehr Unabhängigkeit im Weltraum

Auch der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB arbeitet an KI-Anwendungen für die Raumfahrt. In Oberpfaffenhofen werden Erdbeobachtungssatelliten mit hochsensiblen optischen Systemen ausgestattet – wichtig für die Erforschung des Klimawandels, aber inzwischen auch immer mehr für militärische Anwendungen. "Natürlich sprechen wir von Spionagesatelliten", sagt Peter Haberler, Senior Engineer bei OHB. "Sie können den Gegner beobachten, sie können seine Bewegungen beobachten. Es wird auch immer mehr der Ruf nach Abwehrsatelliten laut."

Europa hat im All deutlich weniger Satelliten als die USA oder China. Deshalb wächst der Bedarf an neuen, größeren Systemen. Satelliten, Raketen, Roboter – das Ziel ist mehr Unabhängigkeit im All. Doch Raumfahrt ist teuer. Damit Visionen in die Realität umgesetzt werden, brauchen Start-ups Kapital, Zulieferer brauchen Aufträge und die Branche verlässliche politische Unterstützung.

Raumfahrtbranche wächst rasant

Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die Raumfahrtbranche laut dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie mit 3,5 Milliarden Euro Umsatz ein Wachstum von 17 Prozent erreicht. Mit 11.000 neuen Mitarbeitern lag der Personalzuwachs bei zehn Prozent.

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