Gerhard Schöll steht in seinem Schreibwarengeschäft.
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Gerhard Schöll steht auch mit 83 Jahren noch täglich in seinem Laden in Fürth. Er setzt auf gute und kompetente Beratung.
Bildrechte: BR/Karin Göckel
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Gerhard Schöll steht auch mit 83 Jahren noch täglich in seinem Laden in Fürth. Er setzt auf gute und kompetente Beratung.

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Wie der Schreibwarenhandel vom Schulstart profitiert

Wie der Schreibwarenhandel vom Schulstart profitiert

Wenn die Kinder nach den Sommerferien zurück in die Schule gehen, steht für viele Eltern auch Einkaufen auf dem Plan. Die Schulbedarfslisten sind oft lang, der Einzelhandel freut sich über steigende Umsätze. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Im Papierhaus Julius Schöll in Fürth geht es in diesen Tagen turbulent zu. Vor allem viele Eltern mit ihren Kindern kaufen Hefte und Buntstifte, Zirkel und Lineal, Füller und Zeichenblöcke für den Schulstart. Salome aus Nürnberg ist zum ersten Mal hergekommen – denn die himmelblaue Büchertasche, die sie sich für den Übertritt ans Gymnasium gewünscht hat, gab es nur noch hier. Warum sie genau diese wollte? Ganz einfach: "Ich fand die am schönsten und die Farbe ist, finde ich, sehr schön", sagt die Fünftklässlerin. Eine Mitarbeiterin hilft Salome, die Riemen auf ihre Größe einzustellen.

Mit 83 Jahren noch täglich mit Freude im Laden

Große Auswahl und gute Beratung – damit versucht das Fachgeschäft, das vor 179 Jahren gegründet wurde, im Kampf gegen Online-Handel und Discounter zu bestehen. Viele Kundinnen und Kunden kommen sicher auch wegen ihm: Gerhard Schöll steht auch mit 83 Jahren noch jeden Tag zehn Stunden mit Freude im Laden. "Die Schöll-Kunden mögen den alten Schöll", sagt er verschmitzt, "und sie mögen halt, dass sie gut beraten werden und kompetent beraten werden." Auch Salomes Mutter Johanna Hurtig mag das und kauft, neben der Büchertasche für die Tochter, gleich auch noch Schulmaterialien für sie und die beiden Brüder ein.

Schulstart: Umsatz wächst um sechs Prozent

Rund 123 Millionen Euro geben die Menschen in Bayern in diesem Jahr für Hefte, Bücher, Stifte und kleine Geschenke zum Schulstart aus, schätzt der Handelsverband Bayern. Das ist ein Plus von sechs Prozent. Diese Entwicklung sei mit Blick auf die Gesamtwirtschaft durchaus bemerkenswert, meint Pressesprecher Bernd Ohlmann. Die Menschen in Bayern geben demnach zum Schulstart ebenso viel Geld aus wie für Faschingsartikel und Geschenke zum Valentinstag zusammen.

Immer mehr Schulbedarf wird online gekauft

Dabei macht sich nach Ohlmanns Worten vor allem ein Trend bemerkbar. "Der Fachhandel wird vor allem dann aufgesucht, wenn es zum Beispiel beim Schulranzen um die Beratung geht und um die Kompetenz", sagt er. "Andere Utensilien, wie zum Beispiel Hefte oder auch Stifte, werden zunehmend zum Leidwesen des Fachhandels beim Discounter oder online gekauft."

Viele alteingesessene Schreibwarenhändler mussten deshalb in den vergangenen Jahren schließen. Auch Gerhard Schöll spürt den Druck, die Geschäfte liefen schon einmal besser. Doch er will nicht aufgeben. Sein Sohn wird das Geschäft in fünfter Generation weiterführen.

Teurer Schulstart für Familien

Der Schulstart in Bayern ist für viele Familien teuer. Doch an den Kindern soll nicht gespart werden. Insbesondere die Erstklässler werden oft reich beschenkt. Viele Schulbedarfslisten sind aber auch lang und belasten das Familienbudget.

215 Euro zahlt Johanna Hurtig an diesem Tag für Büchertasche und Materialien. "Wenn man eine große Familie hat mit vier Kindern, der Kleinste ist noch nicht in der Schule, dann sind das im September viele Ausgaben", meint sie. Für den Schreibwaren-Einzelhandel ist der Beginn des neuen Schuljahres damit die wichtigste Zeit des Jahres.

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