Österreichische Berglandschaft im Herbst.
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Erdbeben können theoretisch Felsstürze oder Lawinen auslösen. Aber die eigentlichen Ursachen liegen meistens woanders.
Bildrechte: RANFILM TV & Film Production GmbH/ORF/AV BABY/Simon Moestl
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Erdbeben können theoretisch Felsstürze oder Lawinen auslösen. Aber die eigentlichen Ursachen liegen meistens woanders.

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Erdbeben in den Alpen: Was bedeuten sie für den Bergsport?

Erdbeben in den Alpen: Was bedeuten sie für den Bergsport?

Im Raum Innsbruck hat in den vergangenen Wochen mehrmals die Erde gebebt – Häuser haben gewackelt, Gegenstände sind umgefallen. Was bedeutet das für den Bergsport? Können Erdbeben auch Felsstürze oder Lawinen auslösen?

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Bei Rita Meurers und ihrem Team vom österreichischen Erdbebendienst GeoSphere Austria sind in den vergangenen Monaten einige Anrufe aus dem Raum Innsbruck eingegangen: Gebäude hätten gerüttelt, Gegenstände hätten sich bewegt und seien umgefallen, teilweise habe es sogar Risse im Verputz von Häusern gegeben.

Erdbeben im Raum Innsbruck sorgen für Unruhe

Meurers spricht von einer "ungewöhnlichen Erdbebenserie". Rund 30 Erdbeben seien seit August von der Bevölkerung wahrgenommen worden (Stand: 13.10.2026), darunter drei "kräftige", also mit einer Magnitude von mindestens 3,5. Die Magnitude ist das Maß für die Stärke eines Erdbebens, die bekannteste Methode sie zu bestimmen, ist die Richterskala.

Erdbeben entstehen durch einen Bruch im Erdinneren: Verschiebungen der tektonischen Platten führen zu Spannungen im Untergrund. Wenn diese Spannungen so groß werden, dass das Gestein nicht mehr standhalten kann, kommt es zum Bruch – wir Menschen nehmen es als Erdbeben wahr.

Kann ein Erdbeben zu Felsstürzen in den Alpen führen?

Dass so ein Erdbeben in den Alpen beispielsweise zu Felsstürzen führen kann, sei in den bayerischen Alpen "eher unwahrscheinlich", sagt Joachim Wassermann vom Erdbebendienst Bayern. An anderen Orten, wie zum Beispiel dem Schweizer Matterhorn, die durch schmelzenden Permafrost sowieso schon instabil seien, könne ein Erdbeben aber "durchaus das letzte Sandkorn sein, das das Ganze dann zum Gleiten bringt".

Dem Erdbeben-Experten Joachim Wassermann ist wichtig: Ein Erdbeben könnte zwar der letzte Auslöser für einen Felssturz sein. Die eigentliche Ursache liege aber meistens woanders.

Erdbeben können Lawinen auslösen – aber selten in den Alpen

Thomas Stucki arbeitet am Institut für Schnee- und Lawinenforschung in der Schweiz. Stucki sagt, es brauche zuerst einmal eine schwache Schicht in der Schneedecke, "das sind typischerweise große Körner, die untereinander nur wenige Verbindungen haben". Das könne man sich vorstellen "wie ein Kartenhaus". Wenn auf diesem Kartenhaus ein Schneebrett liegt, dann hätte man die Voraussetzungen dafür, dass sich Schneebrettlawinen bilden können. Und wenn man am Tisch ein Erdbeben simuliere, also am Tisch rüttelt und das Kartenhaus zusammenbricht, dann würde es in der Realität eine Lawine geben.

Allerdings gäbe es auch hier "extrem wenig Fälle, wo man einen Zusammenhang gesehen hätte zwischen Lawinen und Erdbeben", sagt Thomas Stucki: Möglich sei es, dass ein Erdbeben in den Alpen eine Lawine auslöst – besonders wahrscheinlich sei es nicht.

Gefahren im Bergsport nicht durch Erdbeben

Auch den Alpenverein beschäftige das Thema Erdbeben deshalb nicht wirklich, sagt DAV-Pressesprecher Julian Rohn: "Sorgen bereiten uns eher die Folgen des Klimawandels. Also das Schmelzen der Gletscher, Auftauen von Permafrost, erhöhte Steinschlaggefahr oder Extremwetterereignisse."

Die Expertinnen und Experten sind sich einig: Die meisten Gefahren im Bergsport gehen vom menschengemachten Klimawandel aus – und nicht von Erdbeben in den Alpen.

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