Alle Männer, die im Dezember 2025 wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern festgenommen wurden, sind mittlerweile aus der Haft entlassen worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft München dem BR mitteilte, seien die "milderen Maßnahmen derzeit verhältnismäßig".
Drei Abschiebungen direkt aus U-Haft
Die drei Männer im Alter von 22, 28 und 30 Jahren, die sich bereit erklärt haben sollen, den Anschlag auszuführen, seien direkt aus der Untersuchungshaft in ihr Heimatland Marokko abgeschoben worden. Das habe das Landesamt für Asyl und Rückführungen angeordnet. Die Gefahr einer Wiedereinreise sei als gering einzuschätzen, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft dem BR.
Mutmaßlicher Drahtzieher wieder in Niederbayern
Auch der 56-jährige Ägypter, der in einer Moschee zum Attentat aufgerufen haben soll, ist nicht mehr in Untersuchungshaft. Sein Haftbefehl wurde gegen strenge Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt. Er darf sich derzeit frei bewegen. Nach BR-Recherchen betreibt er einen Autohandel im Landkreis Dingolfing-Landau. Er gilt als mutmaßlicher Kopf der Gruppe.
Im Netz finden sich mehrere Spuren des 56-jährigen Ägypters. In einem Video vom Dezember 2024 steht der Mann auf seinem Autohof vor einer Palästina-Flagge und geht explizit auf die Situation in Gaza ein: "Natürlich vergessen wir in dieser Situation nicht, dass wir gegen die Zionisten beten und um Vergeltung/Rache an den unterdrückerischen Machthabern bitten. Möge Gott sie auf schlimmste Weise bestrafen, jene, die unseren palästinensischen Brüdern, den Vertriebenen in Gaza, nicht helfen."
Weiterer Unterstützer ebenfalls auf freiem Fuß
Der 37-jährigen Syrer, der die Anschlagspläne unterstützt haben soll, ist bereits seit längerem auf freiem Fuß. Er wurde kurz nach Weihnachten aus der Präventivhaft entlassen. Dort konnte er nur zeitlich begrenzt festgehalten werden, um die Begehung einer Straftat zu verhindern.
Ermittlungen laufen weiter
Die Männer sollen einen mutmaßlichen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing-Landau geplant haben. Die Tat hätte wohl mit einem Fahrzeug verübt werden sollen. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Motiv aus.
Das Verfahren ist laut Generalstaatsanwaltschaft noch nicht eingestellt, die Ermittlungen laufen weiter. Es müssen unter anderem Datenträger wie Handys und Computer ausgewertet werden. Ob dann Anklage erhoben wird und der Fall vor Gericht kommt, ist demnach noch offen.
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