Am Freitag ist bekannt geworden, dass die Regensburger Traditionsbrauerei Bischofshof von dem Kelheimer Weißbierproduzenten Schneider Weise übernommen wird. Für den Bayerischen Brauereibund steht der Zusammenschluss sinnbildlich für die Entwicklung, dass immer mehr Traditionsbrauereien verloren gehen.
Deutsche trinken weniger Bier
"Ein Aushängeschild bayerischer Braukunst", so bezeichnet der Brauereibund die Marken Bischofshof und Weltenburger. Letztere wird seit fast 1.000 Jahren im gleichnamigen Kloster gebraut, das damit als älteste Klosterbrauerei der Welt gilt. Immerhin: Hier soll es auch weiter hergestellt werden, allerdings unter der Führung von Schneider Weisse.
Dass die Marken und ein Teil der 56 Arbeitsplätze erhalten bleiben, sieht der Bayerische Brauereibund positiv. Gleichzeitig beobachtet der Verband eine schwierige Entwicklung auf dem Biermarkt: Deutschen trinken weniger Bier. Der Einzelhandel macht Druck. Und die Kosten steigen massiv.
"Verlust lokaler Identität"
Viele Brauereien hätten deshalb in der jüngsten Vergangenheit ihren Betrieb eingestellt, bilanziert der Bayerische Brauereibund. Nur noch 600 Brauhäuser seien erhalten. "Mit jeder Traditionsbrauerei, die den Markt verlassen muss, wird Bayerns Bierkultur ein Stück ärmer."
Vielmehr noch: Jeder Verlust würde auch einen Verlust lokaler Identität bedeuten, mahnt der Brauereibund. In vielerlei Hinsicht. Beispiel Bischofshof: Bisher ist die Brauerei als Sponsor der lokalen Vereine in Regensburg aufgetreten - sei es beim Drittligisten SSV Jahn, bei der Eishockeymannschaft Eisbären, beim Baseballbundesligisten Legionäre oder bei der Footballmannschaft Phoenix.
Zu den Konditionen ihrer jeweiligen Sponsorverträge äußern sich die Vereine auf BR-Nachfrage nicht, geben sich aber zuversichtlich, dass auch unter dem neuen Markeninhaber die Kooperationen fortgesetzt werden.
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