Die Brauerei Schneider Weisse mit Sitz in Kelheim übernimmt zwei bekannte Brauereimarken aus der Region: Bischofshof und Weltenburger. Das haben die beteiligten Brauereien jetzt in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgegeben.
Brauereien stehen unter Druck
Grund für die Übernahme sei die anhaltende Schwäche des Biermarktes, hieß es. Till Hedrich, der Geschäftsführer von Bischofshof und Weltenburger, sagt: "Fakt ist: Auf uns alleine gestellt, war ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Marken trotz aller Anstrengungen und guten Weichenstellungen der letzten Monate nicht mehr möglich." Durch eine gemeinsam mit Schneider Weisse zu verwirklichende "bayerische Lösung" könne eine drohende komplette Geschäftsaufgabe oder Zerschlagung durch einen Investor ganz ohne Bezug zur Region aber abgewendet und ein "wichtiges Stück bayerischer Brautradition" dauerhaft bewahrt werden.
Konkret soll Schneider Weisse ab dem 1. Januar 2027 von der Regensburger Brauerei Bischofshof die Rechte an den Marken "Bischofshof" und "Weltenburger" erwerben. Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. Die Brauereien kooperieren schon länger. Die geplante Zusammenlegung der Produktion in Kelheim und Weltenburg soll Synergien freisetzen und die Effizienz steigern.
Bischofshof-Brauerei vor dem Aus
Allerdings hat der Deal auch weitergehende Konsequenzen: Der Brauereistandort Bischofshof soll Ende dieses Jahres geschlossen werden. Für die rund 60 Mitarbeiter sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Wo möglich, werde man Mitarbeiter an passende Unternehmen aus dem Netzwerk in der Getränkebranche und dem weiteren Umfeld der Brauerei vermitteln, so Hedrich. Die Logistik von Bischofshof mit seinen rund 20 Mitarbeitern soll erhalten bleiben.
Die Brauerei gehört einer Stiftung des Bistums Regensburg. Die im Jahr 1050 gegründete Klosterbrauerei Weltenburg, die als älteste Klosterbrauerei der Welt gilt, ist seit 1973 Teil von Bischofshof. Sie soll weitergeführt werden.
"Portfolio absoluter Traditionsmarken"
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer betonte: "Neben dem Traditionsaspekt ist für uns ganz zentral, dass wir durch den Erhalt der Braustätte im Kloster Weltenburg sowie der Logistikabteilung von Bischofshof zumindest einen Teil der Arbeitsplätze direkt in der Region halten können." Für eine Fortführung der Brauerei in Regensburg habe allerdings "jede wirtschaftliche Grundlage" gefehlt.
Der Geschäftsführer von Schneider Weisse, Georg VII. Schneider, sprach von einem "Portfolio absoluter Traditionsmarken", das nun entstehe. "Mit den entstehenden Synergien von Einkauf über Herstellung bis Vertrieb sind wir für die aktuellen Herausforderungen bestens aufgestellt."
Bierkonsum in Deutschland geht zurück
Seit Jahren sinken die Absätze deutscher Brauereien im In- und Ausland drastisch. Allein in den letzten zehn Jahren habe die Branche knapp 14 Millionen Hektoliter und damit knapp 14 Prozent ihres Absatzes verloren, hieß es.
Mit Informationen von dpa
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