Einsätze der Luftrettung laufen meist reibungslos und schnell, doch manchmal gibt es unvorhergesehene Hindernisse. Am Sonntagabend auf der A9 bei Denkendorf konnte ein Rettungshubschrauber nach einem Unfall nicht starten – wegen eines Defekts. Dank mobiler Techniker und eines dichten Netzes an Luftrettungsstationen sind die Luftretter auf solche Fälle vorbereitet.
Unfall auf der A9, Hubschrauber landet auf der Autobahn
Was war passiert? Nach einem Verkehrsunfall auf der A9 im Landkreis Eichstätt wurde gegen 20 Uhr ein Rettungshubschrauber alarmiert. Der Notarzt versorgte einen 30-jährigen Verletzten direkt auf der Autobahn. Für den Transport in eine Klinik war zunächst der Rückflug per Hubschrauber vorgesehen.
Doch dazu kam es nicht: Beim sogenannten Startvorbereitungscheck stellte die Crew einen technischen Defekt fest. Der Hubschrauber, der aus Regensburg kam, blieb am Boden. Der Patient wurde daraufhin mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.
Ursache war ein Defekt an einer Tür
Der Grund des unfreiwilligen Stopps: eine kaputte Tür. Solche Probleme können trotz regelmäßiger Wartung auftreten, erklärt Claudia Lazi, Leiterin der Unternehmenskommunikation der DRF Luftrettung dem BR.
"Unsere Hubschrauber werden nach festen, vom Hersteller vorgegebenen Wartungsintervallen überprüft", so Lazi. Diese Wartungen orientieren sich an Flugstunden und Einsatzdauer und seien vergleichbar mit Inspektionen bei Autos. Aber: Die Wartungen seien deutlich umfangreicher.
Regelmäßige Wartung: mindestens zweimal im Jahr
Jeder Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung geht mindestens zweimal pro Jahr in die reguläre Wartung, so Lazi weiter. Zusätzlich gibt es weitere technische Checks, deren Intervalle je nach Hubschraubermuster variieren. Trotz dieser engmaschigen Kontrollen lasse sich allerdings nicht jeder Defekt vollständig ausschließen, sagt Lazi.
Entscheidend sei dann, dass die Abläufe greifen. In Bayern gibt es insgesamt 15 Luftrettungsstationen, fünf davon betreibt die DRF Luftrettung. Dazu zählen unter anderem alle drei 24-Stunden-Stationen Bayerns in Regensburg, München und Nürnberg.
Mobile Techniker sorgen für schnelle Reparatur
Kommt es während eines Einsatzes zu einem technischen Problem, stehen bei der DRF Luftrettung eigene mobile Wartungsteams bereit. Diese sind deutschlandweit im Einsatz und können kurzfristig zum Hubschrauber kommen. Auch auf der A9 wurde der Defekt noch am Sonntagabend von einem DRF-Techniker behoben, sagt Lazi. Die Maschine sei danach wieder voll einsatzbereit gewesen.
Ob ein Patient per Hubschrauber oder bodengebunden transportiert wird, entscheidet die zuständige Leitstelle. Ist ein Lufttransport nicht möglich, wird sofort geprüft, ob ein anderer Hubschrauber verfügbar ist.
Landungen auf Autobahnen nur unter klaren Sicherheitsregeln
Rettungshubschrauber dürfen auf Autobahnen nur landen, wenn der Verkehr vollständig gestoppt und die Strecke gesperrt ist. Der Pilot entscheidet, wo genau gelandet wird, möglichst so, dass weitere Einsatzkräfte Platz haben. Auch für den Wiederstart gelten dieselben Sicherheitsvorgaben, um Risiken durch Rotorluft, aufgewirbelte Steine oder Fahrzeugverkehr zu vermeiden.
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