Eine Jungpflanze wächst unter hohen Bäumen, dahinter sind Waldarbeiter zu sehen.
Eine Jungpflanze wächst unter hohen Bäumen, dahinter sind Waldarbeiter zu sehen.
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Im Frankenwald wurde schon vor rund 50 Jahren mit dem Waldumbau begonnen, der sich jetzt positiv bemerkbar macht.
Bildrechte: BR / Pius Neumaier
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Im Frankenwald wurde schon vor rund 50 Jahren mit dem Waldumbau begonnen, der sich jetzt positiv bemerkbar macht.

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"Die Zeit drängt": Frankenwald umbauen, solange er noch da ist

"Die Zeit drängt": Frankenwald umbauen, solange er noch da ist

Wie kann der Wald gegen Klimaerwärmung und Borkenkäfer bestehen? Diese Frage stellt sich auch im Frankenwald. Hier haben weitsichtige Förster schon vor 50 Jahren begonnen, sich darüber Gedanken zu machen – der Grundstock für den jetzigen Waldumbau.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

An einem Steilhang über dem Lamitztal im Frankenwald wachsen junge Douglasien, Buchen, Spitzahorn, dazwischen Fichten. Nadel- und Laubbäume stehen gemischt, hier wächst der Wald der Zukunft unter dem Schutz der alten Bäume. Denn hier wurde bereits in den 1970er-Jahren begonnen, unter dem Schirm der Altfichten neue Mischwälder zu pflanzen. Diese Flächen können als positives Beispiel dienen für den Waldumbau im Frankenwald, der dringend notwendig ist.

Zeit drängt für den Waldumbau

Denn idealerweise sieht der Frankenwald irgendwann wieder aus wie er schon einmal war, nämlich eine Mischung aus Buchen und Tannen. Die Zeit dafür drängt, meint Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern: "Es muss sehr rasch gehandelt werden durch Pflanzungen, durch Saat von Laub- und Nadelbäumen in den Wäldern, so lange die Wälder noch da sind, um sie resilienter, widerstandsfähiger zu machen." Denn die jungen Pflanzen brauchen den Schutz der alten Bäume, so Weiger bei einer Informationsveranstaltung zum Waldumbau im Landkreis Kronach am Montag.

Doch der Wald droht stellenweise zu verschwinden. 12.000 Hektar Kahlfläche gibt es mittlerweile, davon allein 8.000 Hektar im Landkreis Kronach, meist Fichten-Monokulturen.

Umbau eine Aufgabe für Generationen

Wirtschaftlich waren diese am ertragreichsten, doch seit 2018 setzen Trockenheit und Borkenkäfer dem Frankenwald zu. Auf den freien Flächen wächst langsam wieder etwas: durch natürliche Aussaat, aber auch durch Anpflanzung.

Eine mühsame, langwierige Aufgabe, die noch Generationen beschäftigen wird, sagt Andreas Sommerer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten (AELF): "Der Waldumbau ist sehr teuer, wegen der Baumarten, die gepflanzt werden müssen. Und es geht nach der Pflanzung auch noch weiter mit der Durchforstung mit der Pflege, dass man den Wald so stabil, so vielfältig hinbekommt, dass er auf eigenen Beinen stehen kann."

Fördergelder sollen helfen

Dabei stehen die privaten Waldbesitzer nicht allein, die Forstämter beraten beim Umbau und helfen mit Zuschüssen. Sommerer erklärt, dass es speziell für den Frankenwald Fördergelder gibt, die es so im restlichen Bayern nicht gibt, weil die Zeit so sehr drängt.

Der Bund Naturschutz in Bayern setzt auf heimische Baumarten. Wird es nicht zu trocken, sind die derzeitigen Aussichten für den Frankenwald gut. Die massive Bekämpfung der Borkenkäfer zeige Wirkung, sagt Florian Fischer von den Bayerischen Staatsforsten in Nordhalben: "Die Aufarbeitung, die Suche, der Abtransport der Schadhölzer hat sehr gut funktioniert, so dass wir einen großen Borkenkäferbestand aus dem Wald transportieren konnten." Der Borkenkäfer ist als Gefahr vorerst gebannt, im Moment zehrt der Wald vom langen Winter und der Schneeschmelze - aber die Trockenheit in diesem Jahr droht schon wieder.

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