Nach dem wetterbedingten Ausfall im vergangenen Jahr war es am Sonntagmittag endlich wieder so weit: Das "Hornerrennen" in Sulzberg konnte stattfinden. Bis zuletzt hatten die Veranstalter die Piste für die traditionellen Hornschlitten präpariert, Schnee herangekarrt und Banden neben der Strecke errichtet.
Zu wenig Schnee: Hornerrennen kann immer seltener statfinden
Auf der pickelhart gefrorenen Piste ging es dann für über hundert wagemutige Insassen am Skilift Oberthannen den Berg hinunter. Damit das funktioniert, musste natürlich das Wetter mitspielen – und das hatte den Veranstaltern in der Vergangenheit gerne einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nur zwei Mal konnte das Rennen in den vergangenen sieben Jahren stattfinden, weil es nur dann ausreichend Schnee gab.
"Wir sind einfach froh, dass wir’s wieder machen können", sagte Günther Geisenhofer gegenüber BR24. Er ist im Vorstand der "Hornados", des Vereins, der das Rennen veranstaltet – und bei auswärtigen Hornschlittenrennen mitfährt. Dabei gehe es nicht vorwiegend um die Geschwindigkeiten, sondern vielmehr um die Stimmung und die Einzigartigkeit.
Für das Rennen im Oberallgäu hatten sich über sechzig Teams gemeldet, die teils mit kreativen Kostümen oder in traditionellen Trachten an den Start gingen.
Transportmittel mit Tradition – und Geschwindigkeit
Hornschlitten wurden im Allgäu früher als Transportmittel verwendet, beispielsweise für Heu. Beim Hornerrennen bringen die Zweierteams diese doch eher traditionellen Gefährte auf Geschwindigkeiten über 50 Kilometer pro Stunde. Während beim Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen bis zu vier Personen in einem Schlitten sitzen, sind es im Oberallgäu Zweierteams. Der Hintermann schiebt an und hält sich während der Abfahrt kniend auf dem Schlitten, der Vordermann lenkt mit Brettern unter den Schuhen durch den Kurs. Am schnellsten war damit das Team von Alexander Peter und Anton Gasser, die gerade mal 39,09 Sekunden brauchten, um die Strecke zu absolvieren.
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