Langhaardackel verrichtet seine Notdurft.
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Die Stadt Erlangen stellt keine kostenlosen Hundekot-Beutel mehr zur Verfügung.
Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/D. Maehrmann | D. Maehrmann
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Die Stadt Erlangen stellt keine kostenlosen Hundekot-Beutel mehr zur Verfügung.

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Erlanger Kotbeutel-Streit: Sponsoren füllen jetzt Spender-Boxen

Erlanger Kotbeutel-Streit: Sponsoren füllen jetzt Spender-Boxen

Der Sparkurs der Stadt Erlangen hatte im vergangenen Herbst viele Hundebesitzer verärgert. Denn die Stadt hat auch die bislang kostenlosen Kotbeutel auf die Streichliste gesetzt. Doch inzwischen scheint das Problem weitgehend gelöst zu sein.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Als die Stadt Erlangen im vergangenen Herbst ihre Streichliste für den Sparhaushalt präsentiert hatte, gab es auch Kritik von Hundebesitzern. Denn einerseits wurde die Hundesteuer auf 132 Euro für den ersten Hund erhöht – andererseits hat die Stadt die kostenlosen Kotbeutel, die im Stadtgebiet in Spenderboxen zur Verfügung gestellt wurden, gestrichen. Doch inzwischen scheinen findige Geschäftsleute eine zufriedenstellende Lösung für alle Seiten gefunden zu haben: Kotbeutel-Spenderbox-Sponsoring!

Viele Sponsoren gesucht - und gefunden

Einer der Sponsoren ist Martin Schmidt aus dem Erlanger Stadtteil Büchenbach. Auch er betritt mit einer grünen Box unter dem Arm den Laden von Nina Haas. Die Box hat er zuvor in der Nähe seiner Wohnung abmontiert, nun lässt er sie im Laden von Nina Haas mit einem Werbeaufdruck versehen. Denn seine Frau hat ein Kosmetik-Studio. Da kann man etwas Werbung im direkten Umfeld gebrauchen. Insgesamt ist Schmidt Pate für vier dieser Kotbeutel-Spender. In der Praxis bedeutet dies, dass er die Spender, wenn er sie wieder an ihrem Ursprungsort angebracht hat, auch wieder befüllen muss. "Aber bei einem knappen Cent pro Tüte lässt sich das schon machen", sagt er. Das sei gut für das Geschäft der Frau, so Schmidt, gut für seine beiden Mischlingshunde Gustav und Luna, und für alle anderen Hundebesitzer, die in seiner Gegend Gassi gehen.

Aktion ist ein Erfolg

Sichtliche Freude hat die Initiatorin der Aktion. Nina Haas schmunzelt über die große Resonanz, die ihre Initiative bislang erfahren hat. Dabei wollte sie zunächst eigentlich nur den Spender versorgen, der bei ihr vor dem Geschäft in der Innenstadt steht. Doch inzwischen haben sich bereits 60 Sponsoren bzw. Paten für die rund 100 Spender-Boxen in Erlangen gefunden. Hinzu kommt ein unerwartetes Medien-Echo: Selbst "Der Spiegel" hat schon über die Erlanger Aktion berichtet.

Stadtspitze erleichtert

Positive Resonanz kommt auch aus dem Erlanger Rathaus. Bürgermeister Jörg Volleth (CSU) lobt die Eigeninitiative aus der Bürgerschaft. Er selbst war bis vor kurzem noch Hundebesitzer und hat auch deswegen die Patenschaft für eine der Spenderboxen übernommen. Die 20.000 Euro, die die Stadt durch die Streichung der Kotbeutel spart, mögen nicht viel sein, erklärt er. Aber sie seien nur ein Teil von mehreren hundert Maßnahmen, die die Stadt zur Haushaltskonsolidierung ergriffen habe. Dass in Sachen Hundekot nun trotzdem alles in gewohnten Bahnen verlaufen kann, sei da sehr erfreulich.

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