Symbolbild: Ein Mann liegt krank auf dem Sofa
Symbolbild: Ein Mann liegt krank auf dem Sofa
Bild
Symbolbild: Ein Mann liegt krank auf dem Sofa
Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Daniel Ingold
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Daniel Ingold
Audiobeitrag

Symbolbild: Ein Mann liegt krank auf dem Sofa

Aktualisiert am
Audiobeitrag
Erschien zuerst am
>

Grippe in Bayern: Volle Praxen und mehr Kranke in Notaufnahmen

Grippe in Bayern: Volle Praxen und mehr Kranke in Notaufnahmen

Die Grippewelle ist dieses Jahr früher als sonst gestartet. Viele Kliniken und auch Hausarztpraxen in Bayern berichten von vollen Warteräumen. Schwerer betroffen sind oft ältere Menschen, Patienten mit Vorerkrankungen, teilweise aber auch Kinder.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Grippewelle belastet Hausärzte und Kliniken in Bayern. Meist beginnen die Symptome plötzlich –mit Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Muskelschmerzen. Für die 1. Meldewoche 2026 wurden 4.152 Influenzafälle durch die Gesundheitsämter an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL, externer Link) übermittelt. Zum Vergleich: In der vorherigen Saison waren es in der 1. Meldewoche mit 1.103 deutlich weniger. Bayernweit die meisten Fälle gibt es momentan in Oberbayern, gefolgt von Mittelfranken und der Oberpfalz. Die Gesamtfallzahl der Saison 2025/26 liegt im Freistaat bei 17.874 Fällen.

Abwassermonitoring: Sehr hohe Virusaktivität

Laut dem Abwassermonitoring (externer Link) ist die Virusaktivität für Influenzavirus A (Stand 7.1.2026) sehr hoch, für Influenzavirus B dagegen sehr niedrig. Eine sehr hohe Viruslast wurde zuletzt in Altötting, München, Neu-Ulm/Ulm, Passau, Regensburg, Weiden, Nürnberg, Erlangen, Aschaffenburg, Schweinfurt, Bayreuth und Hof gemessen.

Viele grippekranke Kinder in Nürnberg

Die Krankenhäuser sind regional unterschiedlich belastet: Die Grippewelle bewege sich zurzeit auf hohem Niveau, so das Klinikum Nürnberg. Die Klinik sieht einen Anstieg der Patientinnen und Patienten, die mit einer Influenza-Infektion in die Notaufnahmen beider Standorte des Klinikums Nürnberg kommen. "Viele von ihnen benötigen eine stationäre Behandlung, in Einzelfällen auch auf der Intensivstation", so Sprecherin Isabel Lauer.

Auch in der Kinderklinik gebe es eine hohe Welle von Infektionen, sowohl in der Notfall-Ambulanz als auch auf der Station. Lauer: "Etwa 80 Prozent der Betten auf unserer Infektionsstation sind durch grippekranke Kinder belegt." Dies sei in dieser Häufung doch ungewöhnlich und früher als in den Jahren zuvor. Um Ansteckungen zu verhindern, bittet das Klinikum Nürnberg Besucher, im Fall von Erkältungssymptomen eine medizinische Maske zu tragen.

Angespannte Situation in Augsburg, aber noch gut kompensierbar

Auch am Universitätsklinikum Augsburg ist die Belastung hoch, dies sei aber jahreszeitenüblich. Die Krankheitslast liege bei Erwachsenen, und hier vor allem bei Älteren und Patienten mit Vorerkrankungen. "Die Welle kam etwas verfrüht, aber auch auf dies konnten wir uns einstellen, da wir aus England und der Südhalbkugel Daten hatten, dass die neue Variante H3N2 Subklade K zu einer etwas früheren Welle führen wird", so Gregor Paul, Oberarzt der Infektiologie. Die Situation sei angespannt, aber gut kompensierbar.

Unterschiedlicher Trend in Ostbayern

Auch die Rottal-Inn-Kliniken sprechen von einer frühen Saison. Man sehe mehr Fälle, "die auch zum Teil schwerer verlaufen", so Infektiologe Bernd Kochanowski. In Passau gehen die Zahlen derzeit etwas zurück: "Der Höhepunkt der Grippewelle war in unserer Region bislang zwischen Weihnachten und Neujahr, als zahlreiche ältere Patienten insbesondere aus den Altenheimen mit Influenza aufgenommen werden mussten", sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums Passau, Matthias Wettstein. Momentan seien es wieder etwas weniger Patienten. Demnach befinden sich derzeit 20 bis 30 Personen mit Influenza in stationärer Behandlung.

Die Hausärzte stellen sich auf steigende Zahlen ein. "Erfahrungsgemäß wird die Rate in den nächsten drei bis vier Wochen noch deutlich ansteigen", sagt Wolfgang Ritter, Vorsitzender des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands. Die Praxen würden die erhöhte Inanspruchnahme zu dieser Jahreszeit aber kennen und könnten sie gut bewerkstelligen. Die Erkrankungsraten bei Kindern und Jugendlichen nehmen laut Verband ab, dafür steigen die Erkrankungsraten besonders bei den über 80-Jährigen.

Impfung auch jetzt noch sinnvoll

Die Ständige Impfkommission rät unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Grippe-Impfung. Einige EU-Länder und auch die Weltgesundheitsorganisation empfehlen eine Grippeimpfung auch bei gesunden Kindern. In der Regel braucht die Impfung zehn bis 14 Tage, bis sie vollständig wirkt. Matthias Wettstein vom Klinikum Passau hält eine Impfung nach wie vor für sinnvoll, "da sich die Grippewelle noch einige Wochen hinziehen kann".

Hände waschen, Menschenansammlungen meiden

Der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband rät neben der Impfung zu Infektionsschutzmaßnahmen wie dem Tragen einer Maske, gründlichem Händewaschen oder dem Meiden von Menschenansammlungen. Eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft würden zudem helfen, den Körper und das Immunsystem zu stärken und so weniger anfällig für Infekte zu sein.

Zum Audio: Grippe – so ist die Lage in Niederbayern und der Oberpfalz

Symbolbild: Hausarzt mit Maske
Bildrechte: picture alliance / dpa-tmn | Benjamin Nolte
Audiobeitrag

Symbolbild: Hausarzt mit Maske

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!