Tatort Mittelschule Friedberg
Tatort Mittelschule Friedberg
Bild
Tatort Mittelschule Friedberg
Bildrechte: BR/ Barbara Leinfelder
Schlagwörter
Bildrechte: BR/ Barbara Leinfelder
Audiobeitrag

Tatort Mittelschule Friedberg

Audiobeitrag
>

Hammerangriff auf dem Pausenhof: Jugendlicher ab Mai vor Gericht

Hammerangriff auf dem Pausenhof: Jugendlicher ab Mai vor Gericht

Die Hammerattacke auf dem Pausenhof der Mittelschule Friedberg geht vor Gericht. Laut Anklage soll der damals 15-Jährige im Oktober 2025 zwei jüngere Schüler gezielt aus rassistischen Motiven angegriffen haben. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Der Jugendliche, der im vergangenen Oktober in Friedberg an der Mittelschule zwei Mitschüler mit einem Hammer angegriffen haben soll, kommt vor Gericht. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Augsburg mit. Die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg hat jetzt das Hauptverfahren zugelassen.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München soll der Angeklagte seine Opfer gezielt ausgewählt haben. Ihm wird vorgeworfen, einen irakisch-stämmigen Schüler und einen Schüler mit kosovarischen Wurzeln angegriffen zu haben. Die Ermittler gehen von versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung jeweils in zwei Fällen aus. Demnach soll das Motiv rassistisch gewesen sein.

Angriff in Militäruniform ähnelnder Kleidung

Der damals 15-Jährige soll am 2. Oktober 2025 auf dem Gelände seiner früheren Schule in Friedberg erschienen sein und kurz vor Schulbeginn zugeschlagen haben. Ein 14-Jähriger erlitt dabei eine stark blutende Kopfverletzung, ein herbeigeeilter Schüler wurde an Schulter und Körper verletzt. Womöglich durch sein Eingreifen konnte Schlimmeres verhindert werden.

Beide Opfer trugen laut Ermittlern leichte beziehungsweise mittelschwere Verletzungen davon. Der mutmaßliche Angreifer flüchtete zunächst, wurde aber wenig später in einer Tiefgarage nahe der Schule festgenommen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler wurden nach der Attacke noch vor Ort von Kriseninterventionsteams betreut.

Bei dem Angriff hatte der 15 Jahre alte Deutsche den Ermittlern zufolge einen uniformähnlichen Anzug und einen "militärisch wirkenden Helm" getragen. Neben einem Hammer hatte er demnach auch zwei Softair-Pistolen dabei. Bei einer möglichen Verurteilung wegen der Vorwürfe der Anklage würden dem 15-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft als Jugendstrafe drohen.

Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Weil der Angeklagte zur Tatzeit noch Jugendlicher war, wird das Verfahren nicht öffentlich geführt. Der Prozess soll im Mai 2026 starten. Der Beschuldigte sitzt weiter in Untersuchungshaft. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!