Die Zahl der registrierten Prostituierten in Bayern ist leicht gestiegen (Symbolbild)
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Mehr amtlich gemeldete Prostituierte in Bayern

Mehr amtlich gemeldete Prostituierte in Bayern

Die Zahl der registrierten Prostituierten in Bayern ist leicht gestiegen. Laut Statistik waren Ende 2025 4.826 Personen gemeldet, die im Rotlichtgewerbe tätig sind - 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der einschlägigen Betriebe sank dagegen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Die Zahl der offiziell registrierten Prostituierten ist in Bayern leicht angestiegen. Wie das Landesamt für Statistik in Fürth berichtete, waren Ende Dezember 2025 im Freistaat 4.826 im Prostitutionsgewerbe tätige Personen sowie 368 entsprechende Gewerbebetriebe gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet dies bei den Prostituierten ein leichtes Plus von 1,4 Prozent, bei den einschlägigen Betrieben einen Rückgang um 4,9 Prozent.

Hochburgen sind die großen Ballungsräume

Die Entwicklung ist dabei örtlich sehr unterschiedlich. So waren zum 31. Dezember 2025 in Würzburg 88 und in Schweinfurt 78 Personen registriert – nach 60 beziehungsweise 61 im Jahr 2024, eine Erhöhung um fast 50 Prozent. In Bad Kissingen stieg die Zahl von 71 auf 90. In Aschaffenburg dagegen sank die Zahl im gleichen Zeitraum von 29 auf 14 angemeldete Prostituierte.

Auffällig ist die Fokussierung des angemeldeten Sexgewerbes auf München und Nürnberg. Allein rund ein Drittel der hier bayernweit tätigen Personen – 1.638 Prostituierte beziehungsweise 33,9 Prozent – ist in München registriert.

Klassische Sexbetriebe spielen eine geringere Rolle

Die im Hellfeld erfassten 368 Sexgewerbe - dazu zählen vor allem Bordelle, aber auch Laufhäuser oder Clubs - konzentrieren sich ebenfalls stark auf die großen Ballungszentren. 105 Bordelle sind in München gemeldet und 64 in Nürnberg, zusammen fast 46 Prozent aller gemeldeten Betriebe im Freistaat.

Dass es bei den Gewerben einen Rückgang um fast fünf Prozent gab, während die Zahl der registrierten Prostituierten gleichzeitig leicht anstieg, könnte darauf hindeuten, dass Prostitution in Bayern immer weniger über klassische Betriebsformen organisiert ist, sondern sich hier neue Strukturen bilden.

Über 86 Prozent haben keinen deutschen Pass

Auffällig ist der hohe Ausländeranteil unter den in Bayern gemeldeten Prostituierten. Von ihnen hatten zum Stichtag 31. Dezember 2025 mehr als 86 Prozent nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, allein gut 40 Prozent waren rumänische Staatsangehörige. Altersmäßig liegen rund drei Viertel der registrierten Prostituierten zwischen 21 und 45 Jahren, 109 von ihnen waren zwischen 18 und 20 Jahren alt, knapp jede vierte Person war 45 Jahre oder älter.

Die Statistik bildet nur das Hellfeld ab

Die Aussagekraft der offiziellen Prostitutions-Statistik ist allerdings grundsätzlich begrenzt. Sie basiert auf dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017 (externer Link), das in Deutschland eine Meldepflicht für in der Prostitution tätige Personen und für das Prostitutionsgewerbe einführte. Dies sollte Sexarbeiterinnen und -arbeiter vor Ausbeutung und Gewalt schützen. Seitdem ist bei den offiziellen Zahlen zur Prostitution tendenziell ein Rückgang zu beobachten.

Allerdings ist das Dunkelfeld sehr groß. Beratungsorganisationen schätzen, dass es tatsächlich etwa drei Mal so viele Prostituierte im Freistaat gibt wie offiziell bekannt. Vor allem Personen, die ihre Tätigkeit ohne Aufenthaltstitel oder in Wohnungen ausüben, würden von der Statistik nicht erfasst.

Kritiker bemängeln zudem, dass Meldepflichten und Kontrollauflagen nicht zur Verbesserung der Situation von Prosituierten beitrügen, sondern dazu führen, dass viele in illegale Strukturen ausweichen. Eine wissenschaftliche Erhebung oder amtliche Schätzung zur Größe des Dunkelfeldes gibt es nicht.

Mit Informationen von KNA, DPA und AFP

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