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München als Olympia Kandidat: Was jetzt auf die Stadt zukommt

München als Olympia Kandidat: Was jetzt auf die Stadt zukommt

München soll Deutschland bei der Olympia-Bewerbung vertreten. Jetzt beginnt die konkrete Arbeit: Olympia könnte für die Stadt zum Beschleuniger bei Verkehr, Wohnen und Infrastruktur werden. BR24 berichtet live um 16 Uhr.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes ist gefallen: München soll Deutschland im internationalen Rennen um die Olympischen und Paralympischen Spiele vertreten. In der Stadt wurde die Entscheidung mit großer Freude aufgenommen. Für München ist das allerdings zunächst kein Zuschlag für die Spiele. Die Stadt muss nun gemeinsam mit dem Freistaat und dem Bund die internationale Bewerbung ausarbeiten. Erst 2029 soll das Internationale Olympische Komitee über den Austragungsort entscheiden.

Was bedeutet das für die Stadt selbst? BR24 spricht live um 16 Uhr mit Dominik Krause (B.90/Grüne), Oberbürgermeister in München und mit Tobias Barnerssoi, BR-Sportreporter. Den Livestream finden Sie eingebettet über dem Artikel.

Bei den Vorbereitungen für einen möglichen Zuschlag durch das IOC geht es für die bayerische Landeshauptstadt nicht nur um Sportstätten: Olympia könnte auch bei Verkehr, Wohnen und Stadtentwicklung Projekte beschleunigen.

Was bedeutet Olympia für München?

Die Bewerbung soll nach den Vorstellungen der Stadt vor allem einen zusätzlichen Schub für die ohnehin geplante Entwicklung Münchens geben. Im Mittelpunkt stehen dabei Mobilität, Infrastruktur und Wohnungsbau. Viele Vorhaben sind nicht erst wegen Olympia entstanden. Projekte rund um den öffentlichen Nahverkehr oder die Weiterentwicklung des Olympiaparks beschäftigen Stadt und Freistaat bereits seit Jahren. Die Olympia-Bewerbung könnte nun dafür sorgen, dass einzelne Projekte schneller geplant, finanziert und umgesetzt werden. Stadtbaurätin Elisabeth Merk betont deshalb im Interview mit BR24, dass München bei vielen Vorhaben nicht bei null beginnt. Der Olympiapark werde bereits modernisiert. Unter anderem habe man die Schwimmhalle saniert, weitere Arbeiten am Olympiaturm und am Olympiastadion liefen. Eine der größeren Herausforderungen sieht Merk in der besseren Vernetzung der Infrastruktur. Dabei geht es etwa um den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und neue Mobilitätsangebote.

Mehr Tempo bei U-Bahn, S-Bahn und Radverkehr?

In der Münchner Olympia-Bewerbung stehen zahlreiche Verkehrsprojekte. Dazu gehören unter anderem die Verlängerung der U4, die Realisierung der U9 und ein S-Bahn-Ringschluss im Münchner Norden. Auch der Radverkehr soll ausgebaut werden – unter anderem mit Radschnellverbindungen und besseren Verbindungen zwischen den Sportstätten. Die Stadt nennt diese Projekte ausdrücklich als mögliche Impulse für die Stadtentwicklung.

Für das Mobilitätsreferat ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ohnehin ein zentraler Bestandteil der Münchner Verkehrswende. Das Referat bündelt die strategische Verkehrsplanung der Stadt und arbeitet an Maßnahmen für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie für neue Mobilitätsangebote.

Olympia könnte den bereits geplanten Projekten nun zusätzlichen Zeitdruck und Rückenwind geben. Denn einige Vorhaben müssten für die Spiele deutlich früher fertig sein. Gleichzeitig ist die Bewerbung kein automatischer Finanzierungs- oder Fertigstellungsbeschluss.

Auch neue Mobilitätsformen spielen eine Rolle

Für die Münchnerinnen und Münchner wäre entscheidend, welche dieser Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, und in welchem Zeitraum. Denn gerade beim öffentlichen Nahverkehr gibt es bereits heute großen Ausbaubedarf. Damit die Projekte rechtzeitig vor möglichen Spielen fertig werden könnten, müssten Genehmigungen und Finanzierungen deutlich schneller vorankommen. Dafür braucht München die Unterstützung von Freistaat und Bund.

Olympia als Impuls für die Stadtentwicklung

Auch beim Wohnungsbau könnte die Bewerbung Auswirkungen haben. Im Nordosten Münchens ist ein neues Olympisches Dorf vorgesehen. Die Planungen knüpfen dabei an eine bereits länger geplante Wohnentwicklung an. Die Idee dahinter: Die für Olympia entstehenden Strukturen sollen nicht nur während der Spiele genutzt werden, sondern langfristig Teil der Stadt werden. Ähnlich soll es bei der Nachhaltigkeit sein. Nach Angaben der Landeshauptstadt will München nach eigenen Angaben auf kurze Wege und die Nutzung bestehender Sportstätten setzen. Neubauten und Infrastruktur sollen möglichst dauerhaft genutzt werden können.

Jetzt beginnt die Bewerbungsarbeit

Bis zu den möglichen Spielen ist es allerdings noch ein weiter Weg. Zunächst muss München die internationale Bewerbung konkretisieren und gemeinsam mit Freistaat und Bund die finanziellen und planerischen Voraussetzungen schaffen. Für die Stadt bedeutet die DOSB-Entscheidung deshalb vor allem eines: Aus der Idee Olympia wird jetzt ein konkretes Großprojekt. Dass München wirklich schnell zum Zug kommt, halten Olympia-Kenner für unwahrscheinlich, denn auch Länder wie Katar, Indien und die Türkei sind als starke Mitbewerber mit im Rennen.

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