Das Siegestor in München ist bunt beleuchtet.
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Mit Lichtinstallationen und Lasershow wollte der Veranstalter ein etwas anderes Silvester bieten – ohne Feuerwerk.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel
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Mit Lichtinstallationen und Lasershow wollte der Veranstalter ein etwas anderes Silvester bieten – ohne Feuerwerk.

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Münchner Silvestermeile: Kritik an Lasershow und Umsetzung

Münchner Silvestermeile: Kritik an Lasershow und Umsetzung

Das erste Mal seit langer Zeit gab es in München eine große Silvestermeile – mit Lasershow statt Feuerwerk. Die Meinungen gehen auseinander.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau · Die Reportage am .

Münchens erste zentrale Silvesterparty seit Langem sorgt im Nachgang für Diskussionen: Auf Social Media beschweren sich Menschen über die Umsetzung. Unterdessen hat der Veranstalter ein positives Fazit gezogen.

Was geboten war

Für einen Normalticketpreis von 40 Euro kamen Besucherinnen und Besucher auf die Silvestermeile auf der Ludwigsstraße. Das Siegestor, die Unigebäude und auch die Ludwigskirche waren mit Lichtinstallationen bunt beleuchtet. Auf vier Bühnen spielten Bands oder legten DJs auf. Essen und Trinken gab es an Foodtrucks. Das Besondere: Statt Feuerwerk gab es eine Licht- und Lasershow.

Eineinhalb Jahre haben Veranstalter Alexander Wolfrum und sein Team der G.R.A.L. GmbH auf diesen Abend hingearbeitet. Die Eventagentur hatte sich mit ihrem Konzept bei der Stadt beworben. Dort wurde schon länger über eine zentrale Silvesterparty nachgedacht, ähnlich wie in Berlin. Allerdings der Unterschied: Die Stadt hat von Anfang an beschlossen, dass es sich um eine privatwirtschaftliche Veranstaltung handeln soll; die Stadt hat die Veranstaltung nicht finanziell unterstützt. Und von Seiten der Stadt war eine Veranstaltung ohne Pyrotechnik gewünscht.

Herausforderungen für den Veranstalter

Am wichtigsten war für Alexander Wolfrum, "dass alle friedlich feiern. Dass sich keine Leute gegenseitig verhauen, dass sich keine Leute gegenseitig Böller ins Gesicht werfen, sondern alle das Licht genießen." Mit Blick auf die Lasershow sagte er im Vorfeld: "Wir wissen, dass im ersten Jahr unser Konzept noch erklärungsbedürftig ist. Aber hoffen, dass wir 10.000 Botschafter erschaffen."

Auf so viele Menschen hoffte er am Tag selbst – dabei war die Veranstaltung ursprünglich sogar mal für 40.000 Menschen angedacht gewesen, in den Wochen zuvor war immer wieder von 20.000 die Rede. Die hätte man wegen der kalten Temperaturen kurzfristig noch einmal heruntergeschraubt, so Wolfrum.

Wie es lief

In Sachen Sicherheit hat alles gut funktioniert. Um Mitternacht zündeten einzelne Besucher größere Wunderkerzen, was von Sicherheitsmitarbeitern nach kurzer Zeit unterbunden wurde. Es waren viele Sanitäter vor Ort, die den ganzen Abend über nur zwölf Einsätze hatten.

Vor allem zur Lasershow gibt es im Netz viele Kommentare. Viele schreiben, es seien gar keine Laser gewesen, sondern Lichter in sogenannten Moving Heads. Dazu teilt der Veranstalter mit, dass es sich um eine neue, innovative Technologie gehandelt habe, die bisher in Deutschland kaum zum Einsatz gekommen sei. Die Moving Heads hätten auf Lasertechnologie basiert.

"Mal ehrlich, das war doch um Mitternacht ein Blackout, oder?" schreibt ein Nutzer unter einem Instagram-Beitrag der Veranstaltung (externer Link). Einige Kommentatoren zeigen sich irritiert über die Show um Mitternacht – direkt nach null Uhr waren keine Strahlen, sondern Lichtakzente durch Scheinwerfer zu sehen, dazu lief Wiener Walzer. Insgesamt war die Show einigen zu kurz.

Außerdem waren weniger Menschen da, als von Alexander Wolfrum erhofft: Verkauft wurden zwar etwa 10.000 Tickets, eine halbe Stunde vor Mitternacht waren aber nur 7.500 Menschen einmal eingetreten. Es ist davon auszugehen, dass davon auch manche schon wieder gegangen sind, beispielsweise Familien mit Kindern.

Wie der Veranstalter reagiert

Alexander Wolfrum von der Eventagentur teilt auf Anfrage mit, dass man jede Kritik ernst nehme. Es seien auch viele positive Rückmeldungen eingegangen, sodass er insgesamt ein positives Fazit zieht. Allerdings wolle man weiter an der Show um Mitternacht arbeiten. Er schreibt: "Was wir aus den Rückmeldungen mitnehmen: Erwartung und tatsächliches Erleben müssen bei einem möglichen nächsten Mal noch besser zusammenpassen."

Welches Fazit die Stadt zieht

Im Dezember 2024 hatte der Stadtrat dem Konzept des Veranstalters grundsätzlich auch für das Silvester 2026/2027 das Okay gegeben. Vom zuständigen Referat für Arbeit und Wirtschaft heißt es nun auf Anfrage, dass man die Silvestermeile zusammen mit dem Veranstalter noch besprechen und analysieren werde. "Es liegt in der Natur eines Pilotprojekts sich auszuprobieren, Potentiale zu erkennen und ggf. nachzujustieren", schreibt eine Sprecherin.

BR24 auf YouTube: Mega-Silvester in München - Im Einsatz mit Feuerwehr und Sanitätsdienst

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