Nachdem zwischen Rosenheim und Raubling am Silvesternachmittag der Waggon eines Güterzugs entgleist war, ist die Strecke nun wieder eingleisig befahrbar. Sie werde in beiden Richtungen befahren, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf BR-Anfrage. Dadurch soll es zu keinen Ausfällen und Verspätungen mehr kommen. Einzig der ICE 1282, der heute eigentlich um 9.49 Uhr in Rosenheim aus Innsbruck kommend Richtung Hamburg weiterfahren solle, starte erst ab Augsburg.
Fahrgäste sollen sich vor ihrer Fahrt informieren
Wann genau die Strecke wieder zweigleisig befahrbar sein soll, dazu lagen der Bahnsprecherin keine weiteren Informationen vor. Sie betonte, die Fahrgäste würden gebeten, sich vor Fahrtantritt im Internet auf Bahn.de oder im Bahn-Navigator zu informieren, ob es bei ihren Zügen Fahrplanabweichungen gebe.
Entgleister Waggon war mit Gefahrengut beladen
Am Silvestertag war der mit einem giftigen und leicht entzündlichen Stoff beladene Waggon der Bundespolizei zufolge auf der Strecke zwischen Rosenheim und Kufstein in Österreich entgleist. Warum das passierte, ist noch ungeklärt. Dann sei der entgleiste Waggon über mehrere Kilometer abseits der Schienen über Schotter und die zwischen den Schienen liegenden Schwellen gefahren. Dabei wurden Schienen und Schwellen auf einer Strecke von mehreren Kilometern beschädigt, wie die Bundespolizei weiter mitteilte. Dies wird voraussichtlich große Reparaturen notwendig machen. Die Bundespolizei schätzt, dass der Schaden in Millionenhöhe liegt.
Bei Raubling (Landkreis Rosenheim) habe der Lokführer die Entgleisung schließlich bemerkt und den Zug angehalten. Der entgleiste Waggon war laut Bundespolizei nicht umgekippt. Auch sei kein Gefahrengut ausgetreten.
Wie das Foto zeigt, wurden bei dem Unfall auch Betonschwellen beschädigt.
Zugausfälle nach Italien
Weil der entgleiste Kesselwagen in das gegenüberliegende Gleis hineinragte, musste am Silvestertag die wichtige Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein komplett gesperrt werden. Fernzüge von München nach Italien, etwa nach Verona und Bologna, fielen daher komplett aus, zwischen Rosenheim und Raubling verkehrten Ersatzbusse.
Reparaturen könnten einige Zeit in Anspruch nehmen
In der Neujahrsnacht wurde der entgleiste Wagen vom Rest des Güterzuges getrennt und anschließend mittels Spezialbergegerät versetzt, sodass seit dem Morgen eines der beiden Bahngleise wieder befahrbar ist. Laut Bundespolizei ist die Strecke bis auf Weiteres nur noch eingleisig befahrbar. Auf der Strecke sei deswegen mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Wie lang die Reparaturen dauern, war demnach zunächst nicht absehbar. Sie könnten allerdings mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Auch die Ursache für die Entgleisung war laut Bundespolizei zunächst unklar.
Schäden an Autos neben der Bahnlinie
Noch während der Unfallaufnahme der Einsatzkräfte vor Ort meldeten sich mehrere Anwohner, die ihre Autos in der Nähe des Gleisbereichs abgestellt hatten, bei der Polizei. Nach ihren Angaben haben umherfliegende Schottersteine, die offenkundig von dem entgleisten Drehgestell aus dem Gleis geschleudert worden waren, ihre Pkw getroffen und beschädigt. Die Bundespolizei in Rosenheim bittet Menschen, die ebenfalls von derartigen Schäden betroffen sind, sich unter der Rufnummer 08031/80 26 2102 zu melden.
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