Dass es in Deutschland künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit statt einer täglichen geben soll, haben Union und SPD schon in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt. CSU-Chef Markus Söder nutzte den Jahresbeginn für einen Vorstoß, der weitergeht: Ziel müsse sein, zugunsten der Rente länger zu arbeiten: "Das gilt in der Woche, das gilt im Jahr", sagte er der "Bild"-Zeitung (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) und ergänzte bald darauf: "Eine Stunde mehr würde uns allen helfen."
Von der Mehrheit der Wahlberechtigten im Freistaat bekommen diese Ideen keinen Zuspruch, wie der BR24-BayernTrend ergab: Die Idee von flexiblen und generell längeren Arbeitszeiten, um Wirtschaft und Sozialsysteme zu stützen, geht nach Ansicht von 48 Prozent in die falsche Richtung, für 42 Prozent in die richtige Richtung. 10 Prozent äußerten sich dazu nicht.
Senioren und CSU-Anhänger mehrheitlich für Söders Vorstoß
Unter den Bayern zwischen 18 und 64 Jahren ist der Umfrage zufolge mehr als jeder Zweite gegen die Arbeitszeit-Ideen. Bei Senioren ab 65 Jahren ist die Mehrheit dafür (59 Prozent).
Zuspruch bekommt Söder für seinen Vorstoß auch von CSU-Anhängern: 63 Prozent von ihnen befürworten flexiblere und längere Arbeitszeiten. Bei Sympathisanten aller anderen Parteien überwiegt die Ablehnung.
BR24-BayernTrend im Januar: CSU-Vorschläge zur Arbeitszeit
Familiengeld: Unmut bei Jüngeren
Die Entscheidung der Staatsregierung, das bayerische Familiengeld auslaufen zu lassen und die frei werdenden Mittel in die Betriebskosten von Krippen und Kindergärten zu stecken, geht für 47 Prozent in die richtige Richtung. Negativ sehen dies 41 Prozent.
Hier zeigt der BayernTrend deutliche Unterschiede nach Altersgruppen: Je jünger die Befragten, desto größer der Anteil jener, die unzufrieden sind mit dem Aus für das Familiengeld und Kinderstartgeld. Von den 18- bis 34-Jährigen sagen 61 Prozent, die Entscheidung gehe in die falsche Richtung. Von den 35- bis 49-Jährigen sieht jeder Zweite (50 Prozent) die Abschaffung der Direktzahlung kritisch, von den 50- bis 64-Jährigen jeder Dritte (36 Prozent), von Älteren ab 65 jeder Vierte (25 Prozent).
BR24-BayernTrend im Januar: Familiengeld
Wichtigstes Problem: Zuwanderung
Bei der Frage nach einem der beiden wichtigsten Probleme in Bayern landet die Zuwanderung auf Platz 1: mit 29 Prozent (+2 Punkte gegenüber September 2023). Dahinter folgt die Wirtschaft mit 20 Prozent - ein Plus von 9 Punkten. Schule und Ausbildung sehen unverändert 13 Prozent als eines der drängendsten Probleme, Umwelt und Klima elf Prozent (-8).
Die wirtschaftliche Lage in Bayern schätzen 56 Prozent (-2) als sehr gut oder gut ein, 41 als schlecht oder sehr schlecht. Auf die Verhältnisse insgesamt im Freistaat blicken 41 Prozent eher mit Zuversicht, das ist ein Plus von 7 Punkten gegenüber Januar 2024. Eher beunruhigt zeigen sich 49 Prozent (-10).
Der BR24 BayernTrend
Für den neuen BR24 BayernTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von 8. bis 12. Januar 2026 insgesamt 1.177 Wahlberechtigte in Bayern (691 per Telefon, 486 online). Es handelt sich um eine repräsentative Studie.
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