Zum Saisonstart mussten manche Hüttenwirtsleute in den vergangenen Tagen nochmal Schnee schaufeln. Auch auf der Ostlerhütte bei Pfronten im Ostallgäu hat es Mitte Mai geschneit, ebenso am Taubensteinhaus im Spitzinggebiet. Die Wege sind daher stellenweise noch nass oder matschig, auch wenn es zum Pfingstwochenende hin deutlich wärmer geworden ist. Mit Ferienbeginn öffnen beispielsweise die Blaueishütte und das Watzmannhaus in den Berchtesgadener Alpen. Und in den Allgäuer Alpen kann man ab diesem Wochenende auch wieder zur Rappenseehütte, der Landbergerhütte oder der Mindelheimerhütte aufsteigen.
Unterschiedliche Öffnungen je nach Lage
Auch Hüttenwirt Andy Kiechle sperrt die Reintalangerhütte zu Pfingsten wieder für ein halbes Jahr auf. Für viele Bergsteigerinnen und Bergsteiger liegt sie idealerweise auf dem "Hausweg" zur Zugspitze. In den Ammergauer Alpen empfängt das August-Schuster-Haus ebenfalls schon Gäste. Doch beispielsweise das Karwendelhaus oder auch die Falkenhütte öffnen erst im Juni. Im Rotwandhaus hat innerhalb eines Jahres der zweite Pächterwechsel stattgefunden, trotzdem klappt es mit der Öffnung an Pfingsten. Schöne Hütten gibt es auch in den bayerischen Mittelgebirgen, die ebenfalls eine Wanderung, einen Kletterausflug oder eine Mountainbiketour wert sind.
Rhön, Fichtelgebirge und Bayerischer Wald
Zwar hat die Kissinger Hütte in der Rhön zurzeit nur einen Interims-Kiosk zu bieten, doch die neue Pächterin Beverly Borg hat gut zu tun. Nachdem die beliebte Hütte im vergangenen Jahr abgebrannt ist, war der Wiederaufbau bis zum Sommer geplant. Das klappt nun nicht, weil sich die Bauarbeiten noch in den Herbst hinein verzögern.
Im Fichtelgebirge sind viele Hütten ganzjährig bewirtschaftet wie beispielsweise das Kösseinehaus oder der Arsenturm. Einen besonders schönen Sonnenuntergang hat das Marktredwitzer Haus zu bieten sowie Ausflüge in den Steinwald. Die Chamer Hütte im Bayerischen Wald ist im Winter ein ideales Ziel für Schneeschuhwanderer, Langläufer und Tourengeher. Im Sommer ist sie ab Anfang Juni wieder für Wandernde geöffnet.
Aktuelle Verhältnisse checken
Wer eine Bergtour plant, sollte sich grundsätzlich über die aktuellen Wetterverhältnisse informieren. Dabei kann auch ein Blick in die Webcams helfen, denn besonders im Frühsommer sind Schneefelder oft länger vorhanden als erwartet und können Absturzgefahr mit sich bringen. Der DAV rät daher, bei der Tourenplanung auf die Ausrichtung der Hänge zu achten: Südseitig ist der Schnee in den Bergen schon geschmolzen, während nordseitig und in Schattenlagen noch viel Schnee liegen kann. Deshalb sollte man auch Grödel in den Rucksack packen – und wie immer heißt es: Lieber Umkehren statt einen Absturz zu riskieren.
Tipps für die Wandersaison
Nina Schlesener, Bergführerin aus Berchtesgaden und Wander-Expertin der BR-Fernsehsendung "Wir in Bayern" rät nach der Winterpause zu einer guten Vorbereitung für die ersten Frühjahrstouren im Gebirge. "Dazu gehört unter anderem eine realistische Einschätzung, welche Belastungen man sich zutraut und eine entsprechende Tourenwahl. Eine vorausschauende Planung der Wanderung sorgt auf jeden Fall für mehr Sicherheit und ein schönes Erlebnis", so Schlesener. Vor Kurzem ist in Zusammenarbeit mit dem BR ihr Buch "Wir wandern in Bayern" erschienen. QR-Codes zu jeder Route erleichtern die Wegfindung, um gut ans Ziel zu kommen.
Hüttenbuchungen und Anreise
Natürlich ist es schöner, wenn man die Möglichkeit hat, unter der Woche in den Bergen zu wandern und auf den Hütten zu übernachten, wenn es nicht so voll ist. Wer aber auf die Wochenenden angewiesen ist, für den lohnt der Blick in das Last-minute-Hüttenbett-Portal des Deutschen Alpenvereins. Da findet man oft spontan noch was, vor allem wenn man flexibel ist, was die Bergregion und die Hüttenwahl angeht. Und noch ein Tipp: Mit der Aktion "Freie Nacht fürs Klima" bietet der DAV auch heuer wieder eine kostenlose Übernachtung für alle Mitglieder an, die das eigene Auto stehen lassen und der Umwelt zuliebe mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.
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