Eine Mutter liegt lächelnd in einem Klinikbett, während sie ihr kleines Baby, das in ein Handtuch eingewickelt ist, übergeben bekommt.
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In Bayern sinken die Geburtenzahlen – in Nürnberg nicht. Hier werden pro Jahr mehr als 3.000 Kinder geboren.
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In Bayern sinken die Geburtenzahlen – in Nürnberg nicht. Hier werden pro Jahr mehr als 3.000 Kinder geboren.

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Vom Land in die Stadt: Mehr Geburten im Klinikum Nürnberg

Vom Land in die Stadt: Mehr Geburten im Klinikum Nürnberg

Während bayernweit die Geburtenzahlen zurückgehen, kommen immer mehr Kinder in großen Kliniken zur Welt. Auch im Klinikum Nürnberg. Hier bauen sie gerade ein neues Klinikzentrum für Kinder und Geburtshilfe, für 140 Millionen Euro.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Rund um Nürnberg haben in den vergangenen Jahren mehrere kleine Geburtskliniken geschlossen – in Neuendettelsau, Gunzenhausen oder Schwabach. 2025 hat auch Roth seinen Kreißsaal geschlossen. Das liegt vor allem an den Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung und zum Teil auch am neuen Hebammengesetz. Im Südklinikum Nürnberg sind die Geburtenzahlen schon seit Jahren über dem eigentlichen Planungsrahmen – konzipiert ist das Haus für 2.000 Geburten, die Zahlen liegen aber regelmäßig über 3.000.

Südklinikum Nürnberg: Neubau für 140 Millionen Euro

Deswegen wird seit 2023 neu gebaut. Direkt neben dem bestehenden Haus. 2027 soll die neue Klinik eingeweiht werden. Doch bis dahin werden noch gut 3.000 Kinder pro Jahr im bestehenden Trakt zur Welt kommen. So wie bei Lea Angelowski. Sie ist bereit für eine geplante Sectio, also einen Kaiserschnitt. Gleich wird sie ihre Tochter auf die Welt bringen. Es ist ihre zweite Geburt per Kaiserschnitt. Vier von fünf Kreißsälen in der Klinik sind schon belegt. Acht bis zehn Geburten haben sie hier am Tag. Doch das verteilt sich nicht gleichmäßig über die Woche.

"Das Wochenende war sportlich", erklärt Hebamme Kathrin Zanchi, "da hatten wir sehr, sehr viele Frauen, und dann muss man sehr multitasken". Sie versuchen in der Geburtsklinik immer eine Eins-zu-Eins-Betreuung zu haben, also eine Hebamme pro werdender Mutter, und das klappt auch in den meisten Fällen.

In Bayern sinken die Geburtenzahlen – in Nürnberg nicht

2021 nach der Corona-Pandemie waren es mehr als 3.400 Geburten. Damit läuft es im Südklinikum gegen den bayernweiten Trend – denn da ging es nach 2021 von 134.000 Geburten auf 114.000 deutlich nach unten. Deswegen der Neubau. Begonnen 2023, Kosten 140 Millionen Euro, gefördert mit 120 Millionen vom Freistaat Bayern.

Im Video: Südklinikum Nürnberg - Wo eine Region auf die Welt kommt

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In Bayern sinken die Geburtenzahlen – in Nürnberg nicht. Hier werden pro Jahr mehr als 3.000 Kinder geboren.

Geburtskliniken im Umkreis machen dicht

Ein Grund, warum in Nürnberg immer mehr Kinder zur Welt kommen, liegt auch daran, dass immer mehr kleinere Kliniken ihre Geburtsstationen aufgeben. Allein in Mittelfranken waren es in den vergangenen 15 Jahren Gunzenhausen, Neuendettelsau, Dinkelsbühl, Rothenburg, Schwabach und Roth. Ein Teil davon kommt nach Nürnberg.

Eine größere Station mit mehr Platz und Funktionen soll die Arbeit erleichtern. Auch Evelyn Hauenstein, die leitende Oberärztin in der Geburtshilfe, sieht ab und zu auch die Grenzen der bisherigen Station, denn gelegentlich müsse aktuell noch improvisiert werden. "Wir freuen uns alle auf die neue Klinik für 2027", gibt sie daher offen zu.

Großbaustelle und täglich mehrere Geburten

Eine Mammutaufgabe auch für den Klinikdirektor Markus Ries, der neben dem normalen Betrieb auch die Großbaustelle betreuen muss. Und statt bisher fünf dann acht Kreißsäle zur Verfügung hat. In unmittelbarer Nähe zur Geburtsstation befinden sich die Kinderklinik, Neonatologie, und weitere intensivmedizinische Stationen. "Der Trend geht schon dahin, dass das Sicherheitsbedürfnis der Eltern immer höher wird", erklärt Markus Ries, "für den seltenen Fall des Falles möchte man gerüstet sein." Schon jetzt kommen auf die Neonatologie immer wieder Kinder, die für eine längere Zeit Betreuung und Versorgung brauchen, wie etwa Frühchen.

Die kleine Hannah Angelowski braucht zum Glück keine intensivmedizinische Betreuung. Sie schläft schon im sogenannten Bonding-Zimmer auf dem Bauch ihrer Mutter Lea. Dort werden die beiden sicherheitshalber noch überwacht. Schließlich ist ein Kaiserschnitt eine richtige Operation.

Jede Geburt ein Geschenk

An diesem Tag kommen insgesamt acht Kinder auf die Welt. Und keine Geburt ist für die Hebammen selbstverständlich. "Ich glaube, wir schätzen das noch mehr als die Frauen, denn die denken immer, das ist selbstverständlich, aber das ist es ja gar nicht", erklärt Angelika Wala, an diesem Tag Teamleitung Kreißsaal auf der Geburtsstation. 2027 soll die neue Kinder- und Geburtsklinik am Südklinikum fertig werden – denn der Trend geht weiter hin zu den großen Kliniken. Und dafür wollen sie in Nürnberg gerüstet sein.

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