Die Masern-Impfung ist in einem Impfpass angekreuzt.
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Die Zahl der Masern-Fälle in Bayern ist im vergangenen Jahr um gut ein Drittel zurückgegangen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Marius Becker
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Weniger Masern-Infektionen in Bayern - Gerlach rät zur Impfung

Weniger Masern-Infektionen in Bayern - Gerlach rät zur Impfung

In Bayern ist die Zahl der Masernfälle wieder etwas gesunken. Im vergangenen Jahr gab es 43 bestätigte Erkrankungen und damit 26 weniger als 2024. Für Gesundheitsministerin Gerlach trotzdem kein Grund zur Entwarnung: Sie rät weiter zur Impfung.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Masern gelten als hochansteckend und für ältere Menschen auch hochgefährlich. Auch Jahrzehnte nach der Entdeckung eines wirksamen Impfstoffes ist die Krankheit mit den roten, juckenden Punkten auf der Haut noch nicht vollständig bekämpft. In Bayern sind die Fallzahlen zuletzt aber wieder deutlich nach unten gegangen.

Im vergangenen Jahr gut ein Drittel weniger Fälle

Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden 2025 genau 43 Infektionen registriert und damit 26 weniger als noch ein Jahr zuvor. Ministerin Judith Gerlach appelliert dennoch an Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. Denn aus Sicht der CSU-Politikerin ist die Impfquote im Freistaat nach wie vor zu niedrig.

Impfquoten in Bayern unter dem erforderlichen Wert

"Der Rückgang ist kein Grund zur Entwarnung. Vielmehr ist es weiterhin wichtig, sich und andere mit einer Impfung zu schützen", teilte Gerlach mit. Aktuell lägen die Impfquoten der bayerischen Kinder im Alter von zwei Jahren bei etwa 92 Prozent für die erste Masernimpfung und bei 78 Prozent für die zweite Impfung. Um Masern in Deutschland auszurotten, sind Impfquoten von mehr als 95 Prozent bei der zweiten Impfung im zweiten Lebensjahr nötig.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für elf Monate alte Kinder die erste Masernimpfung, die zweite sollte mit 15 Monaten folgen. Auch für bestimmte Gruppen von Erwachsenen gibt es eine Impfempfehlung - etwa, wenn der Impfstatus unklar ist oder sie nur eine Impfung in der Kindheit bekommen haben.

Gerlach warnt: Masern keine harmlose Kinderkrankheit

Im laufenden Jahr sind Gerlach zufolge bislang zwei Masern-Infektionen in Bayern gemeldet worden. Die Ministerin betont: "Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hochansteckend und können einen sehr schweren Verlauf nehmen, der sogar einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. In seltenen Fällen können gravierende gesundheitliche Spätfolgen auftreten."

Übertragen werden die Masern-Viren durch Speicheltröpfchen in der Luft. Ist man infiziert, breitet sich einige Tage danach ein Ausschlag über den ganzen Körper aus. Etwa jeder zehnte Patient hat Komplikationen, beispielsweise Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Je älter der Infizierte ist, desto gefährlicher wird die Krankheit. Selten kommt es auch zu Gehirnentzündungen, die tödlich enden können.

USA derzeit einer der Masern-Hotspots

Das Ziel, die Masern auszurotten, wird derzeit von der Gesundheitspolitik in den USA untergraben. Dort hatte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Zweifel an der Impfung verbreitet. Allein in den ersten acht Wochen des Jahres wurden in den Vereinigten Staaten knapp 1.000 Masern-Fälle bestätigt, überwiegend bei ungeimpften Patienten. Aber auch in Bayern hat es zuletzt immer wieder kleinere lokale Ausbrüche der Krankheit gegeben.

Masern waren insbesondere vor 1970 als Kinderkrankheit weit verbreitet. Damals war noch keine Impfung verfügbar. Wer die Krankheit einmal durchgemacht hat, ist dagegen immun.

Mit Informationen von dpa

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