An Baden, Rutschen oder Planschen ist aktuell im Landsberger Inselbad nicht zu denken. Und das liegt nicht an den herbstlichen Temperaturen, sondern an der großangelegten Sanierung des Freibads. Malerisch gelegen in der Altstadt direkt am Lech soll das Schwimmbad im nächsten Jahr im neuen Glanz erstrahlen.
Neues Edelstahlbecken
Simon Rodler ist bei den Landsberger Stadtwerken Bereichsleiter für Technik und Netze. Er weiß genau, was auf der Baustelle alles passiert. Er steht vor dem großen 50-Meter-Sportbecken und erklärt, dass hier schon fast alle alten Kacheln herausgebrochen wurden. Jetzt wird das Bad durch ein neues Edelstahlbecken ersetzt. Die Teile wurden extern gefertigt und werden nun montiert. Die Edelstahlbecken sind laut Rodler deutlich wartungsärmer, langlebiger und nachhaltiger.
Wellenbad bleibt
Und auch das Wellenbecken wird mit Edelstahl ausgekleidet. Die Wellen-Funktion, die in Landsberg seit Generationen absoluter Kult ist, bleibt dabei erhalten. Das Nichtschwimmerbecken daneben wird sogar komplett neugestaltet. Und auch im Keller des Inselbades zeigt Rodler stolz, was alles neu ist. Der Keller wurde bereits im letzten Winter deutlich vergrößert. Zahlreiche riesige blaue Wasserfilter stehen in Reih und Glied. Die komplette Badewassertechnik wird ebenfalls erneuert. Laut Rodler war die Wasserqualität auch vorher schon hoch. Doch nun würde die Technik die Arbeit deutlich erleichtern. Es müsse in Zukunft weniger händisch kontrolliert werden.
Hohe Gewerbesteuereinnahmen machen Sanierung möglich
Insgesamt investieren die Stadtwerke und die Stadt Landsberg 13 Millionen Euro in die Modernisierung. Eine große Summe für die knapp 30.000 Einwohner große Stadt. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl erklärt, dass die Finanzierung dank der traditionell guten Gewerbesteuereinnahmen durch große, ortsansässige Firmen möglich ist. Außerdem erhält Landsberg drei Millionen Euro aus der Schwimmbadförderung vom Freistaat Bayern. Auch Stadtwerke-Vorstand Jörg Gründinger zeigt sich sehr zufrieden über die geglückte Finanzierung. Die Stadt übernimmt den Löwenanteil und das kommunale Unternehmen hat so noch Spielraum für andere Aufgaben in der Energie- oder Wasserversorgung.
Oberbürgermeisterin appelliert an Bund und Freistaat
Doch auch in Landsberg ziehen langsam dunkle Wolken auf. Baumgartl betont, dass es auch hier immer schwieriger werde, die freiwilligen kommunalen Aufgaben wie Schwimmbäder, Theater, Sportplätze oder Tourismuseinrichtungen zu finanzieren. Der Grund ist einfach: Die Ausgaben steigen im Vergleich zu den Einnahmen immer weiter an. Daher fordert die Oberbürgermeisterin von Bund und Freistaat mehr strukturelle Unterstützung in diesem Bereich.
Höhere Eintrittspreise wahrscheinlich
Die Bauarbeiten sind aktuell im Zeitplan. Geplant ist, das neue Inselbad im Juni 2026 zu eröffnen. Details wollten die Beteiligten noch nicht verraten. Einen Wermutstropfen gibt es dann doch noch, meint Oberbürgermeisterin Baumgartl. Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten werden wohl die Eintrittspreise im Landsberger Inselbad erhöht.
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