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Lohnlücke in Bayern nimmt zu: Warum Frauen weniger verdienen

Lohnlücke in Bayern nimmt zu: Warum Frauen weniger verdienen

Dass Frauen weniger als Männer verdienen, hält sich hartnäckig: In Bayern beläuft sich der "Gender Pay Gap" 2025 auf 19 Prozent. In der Privatwirtschaft ist die Verdienstlücke größer, als im Öffentlichen Dienst. Nur ein Teil davon ist erklärbar.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Der "Gender Pay Gap" ist der Unterschied im Verdienst bei Männern und Frauen. Dabei wird zwischen der bereinigten und der unbereinigten Lohnlücke unterschieden. Der unbereinigte "Gender Pay Gap" vergleicht den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer miteinander, unabhängig von Branche oder Karrierestufe. Beim bereinigten werden Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Lebensläufen verglichen.

Bayern: Gender Pay Gap unbereinigt bei 19 Prozent, bereinigt bei sieben

In Bayern ist der unbereinigte "Gender Pay Gap" 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp einen Prozentpunkt auf 19 gestiegen - das meldet das Bayerische Landesamt für Statistik. Das liegt vor allem an gestiegenen Bruttomonatsverdiensten von Männern. In der Privatwirtschaft ist die unbereinigte Verdienstlücke mit 20 Prozent um das Fünffache höher als im öffentlichen Dienst mit vier Prozent. Der um strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern bereinigte "Gender Pay Gap" liegt im Jahr 2025 bei sieben Prozent. Damit bleibt die bereinigte Lohnlücke in Bayern gegenüber den Vorjahren unverändert.

Bundesweit lag die unbereinigte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen unverändert bei 16 Prozent.

Frauen in Bayern verdienen im Schnitt rund fünf Euro weniger, als ihre Kollegen

Betrachtet man die Stundenlöhne, verdienen Frauen im Freistaat 2025 mit durchschnittlich 23,22 Euro brutto je Stunde 5,28 Euro weniger als Männer (28,50 Euro). Demnach liegt der unbereinigte "Gender Pay Gap" in Bayern bei 19 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist er um knapp einen Prozentpunkt gestiegen.

Bundesweit ist die Lohnlücke konstant bei 16 Prozent geblieben - bezogen auf Stundenlöhne hatten Frauen mit durchschnittlich 22,81 Euro einen um 4,24 Euro geringeren Bruttostundenverdienst als Männer (27,05 Euro).

Lohnlücke lässt sich nur zum Teil erklären

Rund 60 Prozent der Verdienstlücke lassen sich den Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden durch verschiedene Merkmale erklären. "Ein wesentlicher Faktor ist dabei, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten", hieß es. Das gehe in der Regel mit geringeren Löhnen einher. Hierauf seien 19 Prozent der Verdienstlücke (0,81 Euro) zurückzuführen. Zudem sind Frauen häufiger in Branchen und Berufen tätig, in denen allgemein schlechter bezahlt wird. Das erklärt rund 18 Prozent des Verdienstunterschieds (0,75 Euro). Etwa 13 Prozent der Verdienstlücke (0,55 Euro) lassen sich durch das Anforderungsniveau des Berufs erklären.

Die verbleibenden 40 Prozent der Bezahlungslücke (1,71 Euro von 4,24 Euro) können nicht durch die im Schätzmodell verfügbaren Merkmale erklärt werden. Dieser unerklärte Teil entspricht dem bereinigten "Gender Pay Gap" von sechs Prozent. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie 2025 pro Stunde sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Statistiker: Unterschiede liegen auch an fehlenden Daten

Das Statistischem Bundesamt geht aber davon aus, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn sie für ihre Analyse mehr Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren zur Verfügung stünden. Dazu zählen sie zum Beispiel Angaben zu Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft, der Geburt von Kindern oder der Pflege von Angehörigen.

Der bereinigte Gender Pay Gap ist daher als "Obergrenze" für eine mögliche Verdienstdiskriminierung von Frauen zu verstehen.

Mit Informationen von AFP und KNA

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