Sie zählt zu den Spielerinnen, die in den Iran zurückfliegen: Verteidigerin Fatemeh Shaban  (am 2. März in der Partie gegen Südkorea)
Sie zählt zu den Spielerinnen, die in den Iran zurückfliegen: Verteidigerin Fatemeh Shaban  (am 2. März in der Partie gegen Südkorea)
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Sie zählt zu den Spielerinnen, die in den Iran zurückfliegen: Verteidigerin Fatemeh Shaban
Bildrechte: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Matthew Starling
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Sie zählt zu den Spielerinnen, die in den Iran zurückfliegen: Verteidigerin Fatemeh Shaban

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Fünf iranische Fußballerinnen bleiben in Australien

Fünf iranische Fußballerinnen bleiben in Australien

Nach ihrem stillen Protest beim Asien-Cup drohte ihnen im Iran Verfolgung: Nun hat Australien dem iranischen Frauenfußballteam Asyl angeboten. Fünf Spielerinnen bleiben und feiern ihren Neuanfang – der Rest des Teams macht sich auf die Heimreise.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es sind bewegende Szenen: Fünf iranische Fußballerinnen sind nach der Zusage humanitärer Visa in Australien vor Freude in Jubel ausgebrochen. Australiens Innenminister Tony Burke berichtete, die Spielerinnen hätten in den frühen Morgenstunden an einem geheim gehaltenen Ort in Brisbane mit dem beliebten australischen Schlachtruf "Aussie, Aussie" gefeiert, nachdem ihnen die Entscheidung der Regierung mitgeteilt worden war. Auf einem symbolträchtigen Foto waren die Frauen ohne Kopftuch an Burkes Seite zu sehen.

Bleiben oder gehen – eine Schicksalsfrage

An die übrigen Fußballerinnen gewandt sagte Burke: "Dieselbe Chance besteht auch für euch. Australien hat die iranische Frauenfußballmannschaft ins Herz geschlossen." Doch nicht alle Frauen bleiben. Der Rest des Teams verließ am Nachmittag (Ortszeit) das Hotel in Richtung Flughafen. Fraglich ist, ob ihre Entscheidung freiwillig oder aus Angst um die Sicherheit von Familie und Freunden erfolgte, die nun Racheakte des Regimes befürchten müssen: Regimetreue Kommentatoren im Iran hatten den Schweigeprotest als "Verrat" an der iranischen Regierung bezeichnet.

Die Migrationsberaterin der Regierung, Naghmeh Danai, berichtete nach Gesprächen mit den Asylsuchenden: "Sie standen unter großem Stress. Sie wussten nicht, was sie tun sollten, sie machten sich Sorgen um ihre Familie, ihren Besitz im Iran und fragten sich, welche Entscheidung jetzt die beste sei."

Jubel, Tränen, Handgreiflichkeiten

In einem von Medien veröffentlichten Video war zu sehen, wie eine Spielerin von einer Teamkollegin offenbar in den Bus zum Flughafen gezerrt wurde. Am Airport der Stadt Gold Coast hätten dann Demonstranten versucht, den Bus aus Sorge um die Frauen zu blockieren, berichtete die Nachrichtenagentur AAP. (Bilder dazu auf der Website "The Advertiser" aus Adelaide; externer Link)

Australiens Behörden halfen bei der Flucht

Die Vorgeschichte: Beim ersten Gruppenspiel des AFC Asian Cups hatten die Spielerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Dies wurde in ihrer Heimat als Zeichen gegen die iranischen Machthaber gewertet. Fünf Athletinnen hatten darauf an der Gold Coast Schutz gesucht und unter Polizeischutz das Teamhotel verlassen.

Die australische Bundespolizei AFP schirmte die Spielerinnen bei der Flucht aus ihrem Teamhotel ab, bevor ihnen dann Asyl gewährt wurde, heißt es in einer am Dienstag auf der Website der AFP veröffentlichten Erklärung. Innenminister Burke erläuterte, er habe noch Montagabend die Weiterleitung ihrer Anträge auf humanitäre Visa genehmigt, am folgenden Morgen sei deren Bearbeitung durch das Innenministerium abgeschlossen worden.

Auch Trump meldet sich zu Wort

Der US-Präsident hatte von Australiens Premierminister Anthony Albanese Asyl für die iranischen Spielerinnen, die seiner Meinung nach bei einer Rückkehr in die Heimat "mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet" würden. Wenig später verkündete Trump auf seiner Plattform Truth Social: "Er kümmert sich darum!" Allerdings liefen im Hintergrund in Australien schon länger Vorbereitungen für die Visa-Erteilung.

Lob an australische Medien

Ausdrücklich lobte Australiens Innenminister Tony Burke die Zurückhaltung der Medien bis zur Unterbringung der Iranerinnen an einem sicheren Ort: "In diesem Zeitraum mussten wir die australischen Medien mehrfach um Zurückhaltung bitten. Eine Berichterstattung hätte die Möglichkeit der Frauen, Anträge zu stellen, beeinträchtigen können."

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