Autonome Waffensysteme sind aktuell sehr gefragt. Besonders China, Russland und die USA treiben ihre Entwicklung voran. Aber es gibt sie auch "Made in Germany" - zum Beispiel vom Start-up Arx Robotics aus Oberding: Der selbstfahrende Mini-Panzer dieser Firma ist bereits in der Ukraine im Einsatz. Gründer Marc Wietfeld war selbst bei der Bundeswehr, jetzt entwickelt er Mini-Panzer, die sich fernsteuern lassen oder autonom Aufträge ausführen können. Die teilweise jahrzehntealte Ausrüstung der Bundeswehr habe ihn oft frustriert. Er habe schon damals nicht verstanden, warum die neuesten Technologien im Elektrohandel verfügbar seien, "aber nicht für unsere Soldatinnen und Soldaten, nicht für unsere Streitkräfte“.
KI-Waffen: Ethisch vertretbar?
Der selbstfahrende Panzer holt in der Ukraine beispielsweise verletzte Soldaten von der Front. Er kann aber auch mit einer Kanone bestückt werden. Die Vereinten Nationen diskutieren seit Jahren über ein Verbot autonomer Waffensysteme. Inwieweit dürfen sie selbstständig handeln oder gar Entscheidungen treffen? Auch der Vatikan will ein Verbot der Entwicklung tödlicher autonomer Waffensysteme.
Marc Wietfeld hält dagegen: Es sei vielmehr unethisch, Soldaten dahin zu schicken, wo man sicher sein kann, dass sie nicht zurückkommen. Vor allem, "wenn es Technologien gibt, die dafür sorgen können, dass dieser Vater, diese Mutter, dieser Sohn vom Gefechtsfeld wieder zurückkommt."
Drohnenforscherin Ulrike Franke vom "European Council on Foreign Relations" in Paris sieht ein Verbot autonomer Waffensysteme ebenfalls skeptisch: Man könne sich nicht darauf verlassen, "dass so eine internationale Regulierung dann tatsächlich Einfluss darauf haben wird, mit was wir am Ende vielleicht angegriffen werden." Denn: China, Russland und die USA würden bei einem Verbot von KI-Waffen aus ihrer Sicht nicht mitmachen.
KI-Roboter aus China
Wie Videos im Internet zeigen, bieten chinesische Firmen KI-Roboter zum Verkauf an. Zu sehen sind Roboter in nahkampfähnlichen Szenen. Inwieweit diese Bilder echt sind und ob diese Roboter tatsächlich existieren, kann nicht verifiziert werden. Doch Kritiker weisen auf Gefahren hin: möglicherweise könnten etwa Terroristen künftig von KI-gesteuerten Waffen profitieren. Gerade kleine, kostengünstige Systeme wie Drohnen hätten das Potenzial zur Massenvernichtungswaffe.
Spionage-Drohnen über Deutschland?
Wie eine Umfrage von report München zeigt, haben Meldungen über unbekannte Flugobjekte in den letzten Jahren in mehreren Bundesländern zugenommen. Einige Länder teilen auch mit, wie viele dieser Fälle sicherheitsrelevante Bereiche wie zum Beispiel militärische Anlagen, Rüstungsunternehmen oder kritische Infrastruktur betreffen. Das Bundeskriminalamt spricht für das Jahr 2025 von mehr als 1.000 Drohnensichtungen über solchen Bereichen. Viele Experten vermuten Spionage hinter einem Teil dieser Drohnenflüge.
Drohnen-Expertin: "Bis jetzt war es bequem bei uns"
Verena Jackson, Drohnen-Expertin an der Universität der Bundeswehr, hält die deutsche Drohnenabwehr für zu wenig schlagkräftig: "Ich würde sagen, dass es bis jetzt bequem war bei uns. Es muss immer erst mal knallen und was passieren, bis auch die nötigen Folgen und Schlüsse gezogen werden."
Drohnen-Wettbewerb der Bundeswehr
Die Bundeswehr will sich künftig besser wappnen: Sie hat kürzlich einen Start-up-Wettbewerb in Erding bei München ausgeschrieben. Zehn Start-ups traten bei einer Challenge mit ihrer innovativen Drohnen-Technologie gegeneinander an.
Mit dabei: Alexander König und sein wenige Monate altes Unternehmen FiberDome Systems. Mit hauchdünnen Folienstreifen, in denen sich die Rotorblätter verheddern sollen, will er Drohnen kontrolliert zum Absturz bringen: "Wir schießen mit ultradünnen Fasern in die Luft, wenn die zu Boden sinken, kann sich niemand daran verletzen."
Bei der Vorführung des Bundeswehr-Wettbewerbs dann die Enttäuschung: Die Rotorblätter der Drohne zerschneiden die Folie, die Drohne fliegt weiter – doch der Gründer hat bereits Pläne, um sein Produkt weiterzuentwickeln. Alexander König ist überzeugt: Seine Innovation könnte eine bezahlbare und umsetzbare Lösung bieten, um KI-gesteuerte Drohnen vom Himmel zu holen.
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