ICE steht  vor dem Hauptbahnhof München an einem roten Signal.
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Die Pünktlichkeit der ICE und Intercity der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr weiter nachgelassen.
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
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Die Pünktlichkeit der ICE und Intercity der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr weiter nachgelassen.

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Pünktlichkeit im Fernverkehr der Bahn sinkt auf Rekordtief

Pünktlichkeit im Fernverkehr der Bahn sinkt auf Rekordtief

Die Züge im Fernverkehr der Deutschen Bahn werden immer unpünktlicher. Hauptgrund sind die vielen Baustellen. Bahnchefin Palla will die immer schlechteren Werte "stabilisieren". Außerdem gibt es immer mehr körperliche Angriffe gegen Bahnpersonal.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Die Pünktlichkeit der ICE und Intercity der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr weiter nachgelassen. Nur noch 60,1 Prozent der Fernzüge waren 2025 pünktlich, wie die "Bild am Sonntag" erfahren hat. Im Jahr zuvor waren es 62,5 Prozent. Zum Vergleich: 2015 lag die Quote immerhin noch bei 74,4 Prozent.

Marodes Schienennetz – überlastete Fernverkehrsknoten

Als verspätet gilt ein Zug nach Bahn-Definition ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Als Gründe für die vielen Verspätungen nennt die Bahn zumeist die vielen Baustellen im maroden Schienennetz sowie die überlasteten Fernverkehrsknoten, vor denen sich Züge immer wieder stauen. Ein Bahnsprecher sicherte in der Zeitung zu, dass nun eine Trendwende eingeläutet werde. 

Klar ist aber: Die Fahrgäste müssen sich auch im neuen Jahr auf zahlreiche Verspätungen einstellen. Im Fernverkehr sollen mindestens 60 Prozent der Züge pünktlich unterwegs sein, hatte die neue Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt.

Entscheidungen sollen künftig in den Regionen fallen

"Wir hatten auch im Jahr 2025 einen deutlich sinkenden Trend bei der Pünktlichkeit, insbesondere im Fern- und Regionalverkehr", sagte die Managerin. "Es gilt nun, diesen fallenden Trend zu stabilisieren." An dem von der Bundesregierung vorgegebenen Ziel von einer Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent bis Ende 2029 hält sie fest.

Um die Probleme angehen zu können, beabsichtigt die Bahnchefin den bundeseigenen Konzern neu aufzustellen: Mehr Verantwortung soll dabei in die Fläche verlegt werden. Regionale Manager sollen künftig darüber bestimmen, wie die Ziele des Konzerns vor Ort erreicht werden können.

Die Managementstrukturen in der Berliner Zentrale will Palla dafür deutlich verschlanken. Auf der Ebene unterhalb des Konzernvorstands sollen rund die Hälfte von derzeit 43 Führungsstellen gestrichen werden. Bei den Töchtern DB Regio und DB Fernverkehr werden die Vorstände verkleinert. Auch im Vorstand des Gesamtkonzerns sind bereits zwei Posten abgebaut worden.

Jeden Tag werden fünf Bahnbeschäftigte körperlich attackiert

Unterdessen wurde bekannt, dass bei der Bahn in den ersten zehn Monaten 2025 im Schnitt jeden Tag fünf Beschäftigte im Dienst körperlich angegriffen wurden. Hinzu kamen statistisch noch einmal vier Fälle von Bedrohung pro Tag. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Politikers Dietmar Bartsch hervor.

Laut Innenministerium wurden 2025 in der Zeit von Januar bis Ende Oktober insgesamt 2.987 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn Opfer von Straftaten. Darunter waren 1.148 Fälle von Bedrohung, 1.231 Fälle von Körperverletzung und 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2024 erstatteten 3.151 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn Anzeigen wegen Körperverletzung oder Bedrohungen.

Für die Bundespolizei weist die Statistik für den Zeitraum 9.329 Beschäftigte als Opfer einer Straftat aus. Darunter waren 7.529 Fälle von Widerstand, 2.981 tätliche Angriffe und 1.796 Fälle von Bedrohung, wie das Ministerium mitteilte. Datengrundlage ist dabei die Polizeiliche Eingangsstatistik der Bundespolizei.

Nimmt man die noch nicht erfassten Monate November und Dezember dazu, geht Bartsch für 2025 von einem "traurigen Rekordjahr" aus. "Mehr als 10.000 angepöbelte, angespuckte und körperlich angegriffene Bundespolizisten und Bahnmitarbeiter – diese inakzeptablen Zahlen stellen unserem Land ein verheerendes Zeugnis aus", meinte der Linken-Politiker. "Diese Verrohung darf nicht hingenommen werden." Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) müsse einen Plan mit Schutzmaßnahmen vorlegen.

Mit Informationen von dpa

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