Lange war darüber spekuliert worden, welche Empfehlungen die 13-köpfige Kommission für eine große Rentenreform der Bundesregierung machen würde. Jetzt liegen 33 Vorschläge auf dem Tisch. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine vollständige Umsetzung angekündigt. Wir haben das Wichtigste zusammengefasst.
Langsamer Abschied von der Rente mit 67
Das Rentenalter soll den Empfehlungen zufolge in den kommenden Jahrzehnten über die bisherige Marke von 67 Jahren steigen. Maßgebend soll dafür die Entwicklung der Lebenserwartung sein, die laut Statistischem Bundesamt zuletzt um 0,1 Lebensjahre pro Jahr angestiegen war. Gleichzeitig sollen die Renten künftig etwas langsamer steigen als die Löhne. "Die Renten werden aber nicht gekürzt", betonte der Kanzler.
Ende der Frühverrentung und "Schwedenrente"
Weiterhin sollen die abschlagsfreie Frühverrentung nach 45 Beitragsjahren ("Rente mit 63") abgeschafft und eine verpflichtende Kapitalrente ("Schwedenrente") eingeführt werden. Dafür würde der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht. Dies käme zu einer ohnehin erwarteten Steigerung des Beitragssatzes von heute 18,6 Prozent des Bruttolohns hinzu. 2028 wird er Prognosen zufolge schon bei 19,9 Prozent liegen.
Kreis der Einzahlenden soll erweitert werden.
Zudem soll der Kreis der Einzahlenden erweitert werden – etwa um Abgeordnete und Selbstständige. Die Kommission schlägt zudem eine langfristige Einbeziehung von Beamten ein, wozu aus der Regierung zunächst nichts verlautbarte.
Merz kündigt vollständige Umsetzung an
Merz sagte zu, dass die Bundesregierung die Empfehlungen der Rentenkommission vollständig umsetzt. "Alle Elemente dieses Reformpakets, ich betone, alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden", sagte Merz am Morgen in Berlin. "Wir können es uns nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen oder abzulehnen."
Bas geht von Zustimmung im Bundestag aus
Auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) betonte, sie wolle "dieses Paket umsetzen". Dazu müssten die eigenen Fraktionen mitgenommen werden, denn letztlich werde die Reform im Bundestag beschlossen. Sie sei aber "sehr zuversichtlich", dass das letztlich gelinge.
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