Die Deutsche Bahn will in den kommenden Wochen und Monaten für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen sorgen. Dafür begann der Konzern am Dienstag ein Sofortprogramm. Die wichtigsten Fragen und Antworten:
Was hat die Bahn vor?
Mehr Sicherheitskräfte, zusätzliche Reinigungen und schnelle Reparaturen an den Bahnhöfen. Das ist Teil des Sofortprogramms für mehr Sicherheit und Sauberkeit. Die Bahn startet die Initiative deutschlandweit an 25 Bahnhöfen. In Bayern sind Nürnberg, München Pasing und Dillingen mit dabei. Im Laufe des Jahres sollen weitere dazukommen. Dafür stehen laut Konzernchefin Evelyn Palla deutschlandweit 50 Millionen Euro zur Verfügung.
Das Geld will die Bahn auch nutzen, um weitere Bahnhöfe mit Kameras und Videotechnik auszustatten. Außerdem sollen mobile Handwerkerteams Reparaturen durchführen. Es soll künftig schneller gehen, wenn zum Beispiel eine kaputte Glasscheibe ersetzt oder eine Schmiererei entfernt werden muss.
Wie sieht die weitere Jahresplanung aus?
Zweit weitere Sofortprogramme sind in Planung. Die Chefin nennt das den "Weg der vielen kleinen Schritte". Bei den Programmen, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden sollen, wird es unter anderem um den Komfort in den Zügen gehen. Palla sagt, Reisende sollen sich darauf verlassen können, dass es eine gastronomische Versorgung gibt und die Toiletten funktionieren. Außerdem soll die Kommunikationen mit den Kunden verbessert werden, in der App und auf der Homepage der Bahn.
Wann wird die Bahn wieder pünktlicher?
Mit den Sofortprogrammen will die Bahnchefin das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen, denn sie weiß, dass beim Thema Pünktlichkeit Geduld gefragt ist. Es besteht wenig Hoffnung auf schnelle Verbesserungen. Das liegt daran, dass große Teile der Infrastruktur marode und störanfällig sind. Das merkt man vor allem im Fernverkehr: Im vergangenen Jahr kamen nur 60 Prozent der ICE und IC pünktlich am Ziel an. Die Bahn begründet das mit den vielen Baustellen, weil das Schienennetz saniert wird. Diese Arbeiten werden in den kommenden Jahren weitergehen. Beim Thema Pünktlichkeit wird es deshalb nur langsam besser werden. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hofft, dass 2029 im Fernverkehr 70 Prozent der Züge pünktlich ihr Ziel erreichen werden.
Was kommt auf Bayern zu?
Statt vieler kleiner Baustellen setzt die Bahn auf Generalsanierungen. In Bayern betrifft das zum Beispiel in diesem Jahr den Korridor zwischen Nürnberg und Regensburg. Dort werden Gleise, Weichen, Oberleitungen und Bahnhöfe erneuert. Zwischen Anfang Februar und Juli muss deshalb die Strecke gesperrt werden. Im zweiten Halbjahr ist dann die Strecke zwischen Obertraubling und Passau betroffen.
Was hat die Bahnchefin noch vor?
Neben den Sofortprogrammen und der Generalsanierung will die Bahnchefin auch den Konzern verschlanken. Eine komplette Führungsebene soll eingespart werden. Palla will einen "konsequenten Neustart und radikales Umdenken auf allen Ebenen". Sie hat bei ihrer Amtsübernahme angekündigt, jeden Job auf den Mehrwert für den Kunden zu überprüfen. "Die Verwaltung muss dem Eisenbahner dienen. Ich mache die Macher vor Ort zu den Entscheidern."
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