Erst vergangene Woche hatte der Sturm "Kristin" für verheerende Schäden in Teilen Spaniens und Portugals gesorgt. Jetzt haben die Menschen dort mit den Folgen eines weiteren Sturmtiefs zu kämpfen: "Leonardo" sorgt mit Starkregen und stürmischen Winden für chaotische Verhältnisse im Süden Spaniens und Portugals.
3.000 Menschen fliehen in Spanien vor Hochwasser
In der spanischen Region Andalusien mussten wegen Überschwemmungen rund 3.000 Menschen aus tiefergelegenen Wohngebieten in Sicherheit gebracht werden. Schulen blieben geschlossen, der Zugverkehr wurde auf einigen Strecken eingestellt und Straßen gesperrt, wie der staatliche spanische TV-Sender RTVE berichtete. Der nationale Wetterdienst Aemet warnte, in einigen Regionen könne in wenigen Stunden die durchschnittliche Regenmenge eines ganzen Jahres niedergehen.
Dörfer in Portugal von der Außenwelt abgetrennt
Kritisch ist die Lage auch in Portugal, wo die Menschen noch nicht alle Schäden von Vorgänger-Sturm "Kristin" beseitigt haben. Dort ist das öffentliche Leben vielerorts lahmgelegt, weil Flüsse über die Ufer traten. Einige Dörfer sind gar komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Der Straßen- und Bahnverkehr wurde vor allem durch Erdrutsche und umgestürzte Bäume behindert. Schulen mussten ebenfalls geschlossen bleiben.
Wetterdienst rechnet mit Entspannung erst ab Samstag
Wie in Spanien seien die Böden durch die Regenfälle der vergangenen Tage bereits stark gesättigt und könnten kaum noch Wasser aufnehmen, berichtete der nationale TV-Sender RTP. In Portugal, wo in der vergangenen Woche fünf Menschen bei Unwettern ums Leben gekommen waren, galt für Teile der Küste erhöhte Alarmstufe. In den nördlichen und mittleren Regionen des Landes droht außerdem Gefahr durch starken Schneefall.
Für die kommenden Tage wurden weitere Unwetter erwartet, wie Portugals nationaler Wetterdienst Ipma warnte. Die starken Winde und Niederschläge über der Iberischen Halbinsel sollen noch bis Samstag andauern.
Urlaubsinsel Mallorca steht das Schlimmste noch bevor
Auch auf der bei Deutschen besonders beliebten Ferieninsel Mallorca wurde vor den Auswirkungen von "Leonardo" gewarnt. Die Ausläufer des Atlantiktiefs sollen am Donnerstag die Insel erreichen. Es gilt die Warnstufe Gelb, die dritthöchste Sturmwarnung des Wetterdienstes Aemet.
Auf die bergige Insel sollen dann Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde treffen. Im Osten und im Süden, wo auch der Strand des Ballermanns ist, soll es bis zu zehn Meter hohe Wellen geben. Hier hat der Wetterdienst die zweithöchste der drei Warnstufen mit der Farbe Orange ausgegeben.
Mit Informationen von dpa und AFP
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