MTV-Moderator Markus Kavka 2011 bei einer Sendepause im Studio.
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Kommt auch nicht mehr zurück: MTV-Moderator Markus Kavka 2011 bei einer Sendepause im Studio.
Bildrechte: picture-alliance / Sueddeutsche Zeitung Photo | Rumpf, Stephan
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Kommt auch nicht mehr zurück: MTV-Moderator Markus Kavka 2011 bei einer Sendepause im Studio.

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MTV stellt Musikkanäle zum Jahresende ein

MTV stellt Musikkanäle zum Jahresende ein

Es ist zwar nicht das Ende von MTV an sich – allerdings wird es auf dem Sender künftig wohl nur noch Reality-TV zu sehen geben. Zum Jahresende stellt die einst legendäre Plattform für Pop-Musik die Ausstrahlung von Musikvideos ein.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3 am Feiertag am .

Ein Sender, der nur Musikvideos ausstrahlt - beim Start von MTV, das für "Music Television" steht, war das 1981 eine bahnbrechende Idee. "Video Killed the Radio Star" war bezeichnenderweise der erste Musik-Clip, der dort lief. Mehr als 40 Jahre später ist das nun vorbei. Zum Jahresende schaltet der US-Mutterkonzern Paramount Skydance die internationalen MTV-Musikkanäle ab. Paramount wurde erst vor wenigen Monaten von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Software-Milliardärs Larry Ellison übernommen. 

Entgegen anders lautender Meldungen, dass der Sender zum Jahresende "abgeschaltet" würde, bleibt mit MTV HD zwar ein Sender der MTV-Gruppe bestehen. Dieser sendet aber ab dem 1. Januar 2026 selbst nachts keine Musikvideos mehr, sondern hauptsächlich Reality-Shows.

Goldene Chaos-Ära

In seiner goldenen Ära war MTV eine von Innovation und jugendlichem Chaos geprägte Plattform für Pop-Musik aller Art, einerseits zwar tief im Mainstream, andererseits durch Nischensendungen wie "MTV Spin" oder "Yo! MTV Raps" durchaus auch ein Sprungbrett für unbekanntere Künstler. Momente wie die Premiere von Michael Jacksons Musikvideo "Thriller" und Madonnas Auftritt mit "Like a Virgin" bei den ersten MTV Video Music Awards 1984 prägten die kulturelle Debatte, Formate wie "MTV Unplugged" brachten Alben hervor, die in die Musikgeschichte eingingen.

Bedeutungsverlust Ende der 2000er

Der deutschsprachige MTV-Sender ging 1997 auf Sendung und machte Moderatoren wie Nora Tschirner, Markus Kavka und Christian Ulmen einem Millionenpublikum bekannt. Seit Paramount Anfang des Jahres mit Skydance fusionierte, versucht der Konzern, Kosten zu senken und kündigte im Oktober den Abbau von 1.000 Stellen an.

Bereits zum Ende der 2.000er-Jahre setzte der Sender im Programm vermehrt auf Reality-Inhalte, welche die Musik-Sendungen schrittweise verdrängten. Mit der Konkurrenz durch Youtube und andere digitale Plattformen, wo sich die Musikvideos nun jederzeit abrufen ließen, hatte MTV seine Pop-prägende Bedeutung längst verloren.

Mit Material von dpa.

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