Der zu dünne Kader des FC Bayern hat zuletzt für Diskussionsstoff gesorgt. Die Münchner haben beim 6:0 gegen RB Leipzig zwar gezeigt, dass die Qualität in der Offensive passt, doch viele Optionen um mögliche Ausfälle oder Formschwächen zu kompensieren bleiben Trainer Vincent Kompany im Saisonverlauf nicht. "Vor allem die offensive Dreierreihe ist extrem auf Kante genäht", sagt BR-Reporter Florian Eckl.
Bevor es in die harten Wochen, u.a. mit der Champions League geht, sollte deshalb noch der ein oder andere hochkarätige Neuzugang kommen. Das weiß auch Sportvorstand Max Eberl, dem es zuletzt nicht gelungen war, Stürmer Nick Woltemade vom VfB Stuttgart zu holen. Auch beim nächsten Wunschkandidaten, dem Ex-Leipziger Christopher Nkunku, den Eberl vom FC Chelsea an die Isar lotsen will, stockt es.
Hoeneß' Leih-Spieleransage ein Managertrick?
Die Vereine, die entsprechende Spieler abgeben könnten, wissen um die Not des Rekordmeisters und passen ihre Preisvorstellungen nach oben an. Die Ansage von Vereinspatron Uli Hoeneß nur noch auszuleihen statt zu kaufen macht es dem Sportvorstand nicht gerade leichter. Andererseits könnte man die Aussage des langjährigen Fußballmanagers Hoeneß auch als geschicktes Manöver werten, um Eberl den Rücken zu stärken und zu signalisieren, dass der FC Bayern keine Mondpreise zahlen wird. "Vielleicht war es ja ein kleiner Managertrick", vermutet Eckl.
Klar ist jedoch: "Jetzt noch die Eier legende Wollmilchsau zu finden, die per Leihe zu haben ist und am besten nichts kostet, das ist zu viel des Wünschens", sagt Max Eberl.
Eberls Arbeit wird unter die Lupe genommen
Dessen Arbeit wird am Montagabend in der turnusgemäßen Sitzung des Aufsichtsrats unter die Lupe genommen. Immerhin konnte er die Kasse durch Spielerverkäufe mit 95 Millionen auffüllen. Zudem fielen dadurch einige Großverdiener weg und mit Luis Diaz gelang dem 51-Jährigen ein Toptransfer, der auf dem Platz auch schon eindrucksvoll geliefert hat.
Allerdings gab es aus dem Gremium um die Manager-Urgesteine Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auch Kritikpunkte an der Arbeit von Eberl. Der Erlös aus dem Transfer von Kingsley Coman (25 Millionen) wird als zu niedrig, die Ablösesumme für Diaz mit 75 Millionen als zu hoch empfunden.
Am Freitag sorgte ein Handschlag von Hoeneß an Eberl nach dem dritten Tor für Gesprächsstoff. "Er reicht mir die Hand rüber, und ich habe sie gerne genommen, weil das 3:0 auch ein schönes Tor war. Ich weiß nicht, was er signalisieren wollte. Wir waren froh. Es war einfach die Zufriedenheit", so Eberl. Wie viel der symbolträchtigen Handschlag wert ist, wird sich zeigen.