Olympia 2026 in Cortina d'Ampezzo im Blick: Kira Weidle-Winkelmann
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Olympia 2026 in Cortina d'Ampezzo im Blick: Kira Weidle-Winkelmann

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Kira Weidle-Winkelmann: Olympia-Revanche am Wohlfühlort Cortina

Kira Weidle-Winkelmann: Olympia-Revanche am Wohlfühlort Cortina

Als "Tiefpunkt der Karriere" bezeichnet die Abfahrerin Kira Weidle-Winkelmann im BR-Interview Platz vier bei Olympia 2022. Nun kann sie auf einer ihrer Lieblingsstrecken um Olympia-Gold 2026 kämpfen – und pünktlich dazu zählt sie zum Favoritenkreis.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Wenn die schnellsten Skirennfahrerinnen der Welt am 8. Februar um Olympia-Gold kämpfen, dann wird das eine der Mitfavoritinnen vermutlich mit einem besonders breiten Lächeln tun. Davon kann man zumindest ausgehen, wenn man Kira Weidle-Winkelmann im "Blickpunkt-Sport"-Interview über die Olympia-Strecke "Olimpia delle Tofane" in Cortina d'Ampezzo sprechen hört.

"Sehr schön", sagt sie im BR Fernsehen über den Umstand, dass dort in den Dolomiten um Olympia-Medaillen gefahren wird. "Es ist eine meiner Lieblingsstrecken, unabhängig von den Erfolgen. Ich finde es ist eine Traumstrecke, die alles drin hat, was so eine Abfahrt drin haben sollte. Dazu noch eine perfekte Kulisse, italienisches Essen, was will man mehr?"

Erfolgs-Abfahrtsstrecke Tofana für Weidle-Winkelmann

Und ja, Weidle-Winkelmann deutet es an: Da sind ja auch noch ihre Erfolge auf der "Traumstrecke". Die anspruchsvolle Strecke im Norden Italiens liegt der 29-jährigen Athletin vom SC Starnberg so sehr wie nur wenigen anderen Skirennfahrerinnen im Weltcup-Zirkus. Dort hat sie ihre größten Leistungen gezeigt: 2021 errang sie sensationell WM-Silber, 2023 fuhr sie dort aufs Podest, dazu kommen weitere Top-Ten-Platzierungen.

Wie gut, dass sie nach zwei schwereren Jahren pünktlich zu Olympia wieder in die Weltspitze zurückgekehrt und in absoluter Top-Form unterwegs ist. In Val d'Isère schaffte sie es im Dezember aufs Podium, Rang zwei hinter Cornelia Hütter. "Klar bin ich jetzt mal auf dem Stockerl gestanden. Aber so ganz der Top-Favorit (für Olympia) bin ich nicht. Diese Situation genieße ich so", stapelt sie vor den Olympischen Winterspielen tief, mit dem Hintergedanken, dass es vor der Ski-WM 2021 ähnlich war.

Weidle-Winkelmann hat auch Aicher als Mitfavoritin im Blick

Stattdessen hat sie Lindsey Vonn und Sofia Goggia als Top-Favoritinnen im Blick – und "man muss schauen, wie es bis dahin bei Corinne Suter wieder läuft. Sie ist ja Weltmeisterin geworden, als ich WM-Silber geholt habe". Hinzu komme Emma Aicher, "immer ein heißes Eisen, gut für Überraschungen".

Zuletzt in Zauchensee am Samstag war Aicher Sechste, Weidle-Winkelmann Zwölfte, beiden fehlten aber nicht einmal drei Zehntelsekunden aufs Podest. "Es war ein sehr, sehr enges Rennen. Ich weiß auch genau, wo die Zeit gelegen hat. Deswegen ist es immer ein gutes Gefühl, wenn man das schon mal weiß", sagt Weidle-Winkelmann, die selbst am besten weiß, wie gut sie derzeit in Schuss ist.

DSV-Cheftrainer Puelacher beobachtet eine neue Lockerheit bei Weidle-Winkelmann

Einen Anteil daran hat vermutlich auch ihre neu gewonnene Lockerheit. "Sie setzt sich sicher weniger unter Druck, weil die letzten zwei Jahre nicht unbedingt so von Erfolg gekrönt waren", erzählt der deutsche Frauen-Cheftrainer Andreas Puelacher im BR24Sport-Interview. Mal einen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu kommen, scheint also ein Erfolgsrezept in der Karriere der 29-Jährigen zu sein.

Und wenn dabei vor Olympia in Italien der Italo-Schlager "Bella Napoli" von Roy Bianco und den Abbrunzati Boys hilft, den sie mit ihrem Servicemann nach einem verpatzten Trainingslauf im Lift trällert, dann passt das auch. Schließlich lief der nächste Trainingslauf dann umso besser. "Sie geht das Ganze wirklich locker und, ich nenne es einmal, bescheidener an. Es muss alles passen, damit man ganz vorne hinfahren kann", findet Puelacher. "Und zurzeit schaut es bei Kira wirklich sehr, sehr gut aus."

Rang vier bei Olympia 2022 als "Tiefpunkt der Karriere"

Das trifft sich gut, denn Kira Weidle-Winkelmann hat ja noch eine Rechnung offen mit Olympia. Da war Peking 2022, die Olympischen Winterspiele mit einer damals 25-jährigen Mitfavoritin vom SC Starnberg, die sich nach guten Trainingsläufen und WM-Silber 2021 wieder als Medaillenkandidatin wähnte. Doch dann folgte die Enttäuschung: "Es war brutal bitter", berichtet Weidle-Winkelmann.

"Lena Dürr ist ja vorher schon mal Vierte im Slalom geworden. Und dann hat sie gesagt: 'Kira, jetzt holst du das Ding für uns!' Als ich im Ziel war und gesehen habe, dass ich Vierte war: Das war schon der Tiefpunkt der Karriere, als einzelnes Erlebnis war das schon brutal." Mit etwas Abstand findet Weidle-Winkelmann aber auch: "Aber ja, irgendjemand muss Vierter werden. Und eine kleine Revanche habe ich vielleicht noch." Es trifft sich sehr gut, dass sie diese Revanche nun auf der "Traumstrecke" Tofana in Cortina angehen kann.

Mailand und Cortina könnten Weidle-Winkelmanns letzte Winterspiele sein

Auch aus einem anderen Grund: So lange wie die 41-jährige US-Amerikanerin Vonn will Weidle-Winkelmann nämlich nicht mehr fahren. Auf die Frage, ob sie 2030 noch dabei sein will, erzählt sie in "Blickpunkt Sport": "Die Tendenz geht eher zu: 2026 ist das letzte Mal Olympia." Und damit überrascht sie durchaus auch ein wenig den Moderator Markus Othmer.

"Aber sag niemals nie. Ich werde es einfach die nächsten Jahre auf mich zukommen lassen, was mein Körper noch hergibt, wie viel Spaß ich an dem Ganzen habe, wie erfolgreich ich noch bin." Lockerer, bescheidener ist Kira Weidle-Winkelmann geworden in den vergangenen zwei Jahren, sagt ihr Trainer. Und das hört man auch. Vielleicht ist genau das nun ihr Erfolgsrezept für eine gelungene Olympia-Revanche am Wohlfühlort und bei der Lieblingsabfahrt in Cortina d'Ampezzo am 8. Februar.

Im Video: Porträt Kira Weidle-Winkelmann - pünktlich zu Olympia wieder Podestfahrerin

dpatopbilder - 21.12.2025, Frankreich, Val-D'isère: Ski alpin: Weltcup, Super G, Frauen. Die deutsche Kira Weidle Winkelmann rast die Strecke hinunter. Foto: Jeff Pachoud/AFP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Ski alpin: Weltcup in Val D'Isere

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