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Tarifrunde im Nahverkehr in Bayern startet - Warnstreiks möglich

Tarifrunde im Nahverkehr in Bayern startet - Warnstreiks möglich

Nicht jede Kommune in Bayern betreibt den öffentlichen Personennahverkehr noch selbst. Dort, wo dies der Fall ist, startet heute in Nürnberg die Tarifrunde. Erwartet werden schwierige Gespräche – Warnstreiks nicht ausgeschlossen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ohne sie würden viele nicht zum Arbeitsplatz, zur Schule, ins Theater oder zum Einkaufen kommen: die Beschäftigten im ÖPNV. Für rund 10.000 von ihnen gilt ein eigener Tarifvertrag, der TV-N. Viele Fahrerinnen und Fahrer von Bussen, U-Bahnen oder einer Tram gehen demnächst in Rente. Dabei sei der Kräftemangel jetzt schon groß – und die Arbeitsbedingungen schlecht. So sieht es die Gewerkschaft Verdi. Sie will den Job attraktiver machen und legt ein umfangreiches Forderungspaket auf den Verhandlungstisch.

Bis zu 16 Prozent höhere Einkommen gefordert

Die Gehälter sollen um 668,75 Euro angehoben werden. Das wäre in den untersten Gehaltsgruppen laut Verdi ein Plus von bis zu 16 Prozent. Auch die Arbeitszeit taucht im Forderungskatalog auf. Die soll von jetzt 38,5 auf 35 Stunden die Woche gesenkt werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll künftig 30 Prozent betragen. Und wer von einer Haltestation zum Einsatz an eine andere fahren muss, der soll das anders als jetzt vergütet bekommen.

Ein umfangreiches Paket also, das da jetzt auf dem Tisch liegt. Verdi kommt auf ein Volumen von rund 25 Prozent – mindestens. Doch wenn künftig nicht der Verkehr stillstehen soll, weil es zu wenig Kräfte gibt, müsse man handeln. Das richtet sich an die Arbeitgeber.

Arbeitgeberverband: Forderungspaket nicht finanzierbar

Der Kommunale Arbeitgeberverband hat nachgerechnet. Das Paket sei mit einem Volumen von über 25 Prozent zu teuer. Die Finanzierungslücke bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen sei konstant, die Haushaltslage der Kommunen schwierig. Und der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern warnt vor möglichen Folgen eines zu hohen Tarifabschlusses: Das Angebot im ÖPNV müsste ausgedünnt werden.

Beide Seiten liegen also noch weit auseinander. Ein Abschluss gleich heute ist da nicht zu erwarten. Etwas anderes schon eher: Warnstreiks in all den Städten, die mitverhandeln, wie München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg oder Schweinfurt. Verdi will sich da bundesweit abstimmen. Auch in anderen Ländern läuft die Tarifrunde im ÖPNV. Direkt nicht betroffen sind die S-Bahnen und Regionalbahnen. Dort gelten andere Tarifverträge.

Personalmangel - und höhere Fahrpreise

Eines zeigt die Tarifrunde im öffentlichen Personennahverkehr nun schon seit einiger Zeit: Es werden Kräfte gesucht. Busfahrerin oder U-Bahnfahrer zu sein, gilt nicht mehr als Traumberuf. Und das – so sieht es die Gewerkschaft – hänge mit dem Stress zusammen, gerade in den Ballungsräumen mit dem dort hohen Verkehrsaufkommen, sowie mit der Bezahlung angesichts der weiter hohen Preise für Lebensmittel und Mieten.

Die Arbeitgeber sehen es anders. Aufgrund der momentanen Arbeitsmarktlage würde es gelingen, die Stellen zu besetzen mit der bestehenden Entgeltstruktur. Fahrgäste berichten jedoch von ausgefallenen Verbindungen aus Personalmangel.

Die Kommunen können aus Gründen des Wettbewerbs ihren Nahverkehr nicht einfach bezuschussen – falls sie dafür überhaupt Mittel hätten. Was bleibt, wäre ein Anheben der Fahrpreise – das träfe dann die, die auf den ÖPNV angewiesen sind.

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