Feuerwehrmann kämpft gegen Waldbrand in Syrien
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Waldbrand in Syrien, September 2025
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Waldbrand in Syrien, September 2025

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Neuer Bericht: Klimawandel verstärkt Wetterkatastrophen

Neuer Bericht: Klimawandel verstärkt Wetterkatastrophen

Hitzewellen, Überschwemmungen, tropische Stürme, Dürren und Waldbrände prägten das Jahr 2025 – eines der heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Forscher zeigen auf, wie sehr der Klimawandel solche Extremwetterereignisse verschärft.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

Welchen Einfluss hat der Klimawandel 2025 auf Extremwettererweignisse weltweit gehabt? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Initiative World Weather Attribution in ihrem Jahresbericht nachgegangen. Jetzt haben sie ihn vorgelegt [Link zum Bericht]. "Die Antwort ist leider sehr eindeutig", sagte Theodore Keeping, Klimawissenschaftler am teilnehmenden Imperial College London, bei der Vorstellung.

Immer höhere weltweite Durchschnittstemperaturen verursachten ständig neue Wetterextreme wie Wirbelstürme, Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände, so Keeping. Das Jahr 2025 wird das zweit- oder drittheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Die genauen Werte wird das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus im Januar vorstellen.

Fast alle untersuchten Ereignisse Folgen des Klimawandels

157 Extremereignisse führen die Wissenschaftler der Initiative World Weather Attribution in ihrem Jahresbericht auf – alle haben hohe Schäden verursacht und viele Menschen betroffen, sogar Menschenleben gefordert. 22 davon haben sie untersucht. Nur bei fünf davon konnten sie keinen direkten Einfluss des Klimawandels feststellen.

Beim Extremniederschlag in New South Wales in Australien ist beispielsweise recht sicher, dass der Klimawandel einen sehr geringen Einfluss darauf hatte, sagte Friederike Otto, Professorin für Klimawissenschaft am Imperial College in London und Mitgründerin der World Weather Attribution, im Gespräch mit BR24. Bei den anderen vier Fällen fehlen schlichtweg Daten. "Im Kongo zum Beispiel gibt es überhaupt keine Wetterstation in der Gegend, wo die Überschwemmungen stattfinden", so Friederike Otto.

Hitzewellen sind die tödlichsten Extremereignisse

Am schwierigsten sind die Untersuchungen für extreme Hitze. "Das sind mit Abstand die tödlichsten Extremereignisse weltweit", erklärte die Klimawissenschaftlerin. Allerdings gibt es nur für Europa belastbare Zahlen. Dort haben Hitzewellen im Jahr 2025 insgesamt 24.400 Menschenleben gefordert. "Zwei Drittel davon wären ohne den Klimawandel noch am Leben," so Otto.

Seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens vor zehn Jahren ist die weltweite Durchschnittstemperatur um 0,3 Grad angestiegen, warnte ihr Kollege Theodore Keeping: "Jeder Bruchteil eines Grades beeinflusst die Wahrscheinlichkeit dieser extremen Wetterereignisse." Im Durchschnitt sind seitdem jährlich elf zusätzliche heiße Tage hinzugekommen und Hitzewellen zehnmal wahrscheinlicher geworden.

Anpassung ist nötig – reicht aber nicht

Als gravierendes Beispiel nannten die Wissenschaftler den Hurrikan Melissa, der im Oktober Jamaika verwüstete – es war der stärkste, den es seit Beginn der Aufzeichnungen 1851 dort gab. Die Insel war gut vorbereitet, dennoch starben viele Menschen, tausende wurden obdachlos, die Schäden waren immens.

"Natürlich kann man sagen, Hurrikane der Stärke 5 hat es auch ohne Klimawandel gegeben", ordnete Friederike Otto ein: "Aber durch den Klimawandel gibt es sie jetzt eben häufiger." Deswegen sei Anpassung wichtig, Frühwarnsysteme, mehr Hilfe für Staaten, die besonders leiden.

Die Ärmsten leiden am meisten

Die Folgen des menschengemachten Klimawandels treffen die ärmsten und verletzlichsten Gesellschaften am stärksten, fügte Theodore Keeping hinzu. Und in diesen Ländern vor allem Frauen und Mädchen, die sich in Landwirtschaft oder beim Straßenverkauf ihrer Waren schlecht vor Hitze schützen können.

Jamaika zeige aber besonders stark, dass Anpassung nicht reicht, so Friederike Otto. Deshalb fordert sie, was in der Wissenschaft schon lange Fakt ist: Die Menschheit soll möglichst schnell aus den fossilen Energien aussteigen. Denn jedes Molekül Treibhausgas in der Atmosphäre heizt die Erde weiter auf. Das, so Otto, sei grundlegende Physik. Wer den menschengemachten Klimawandel leugne, leugne die Naturgesetze.

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