Kröten durch Fangzäune an viel befahrenen Straßen zu retten, das ist eine bekannte, aber personell aufwändige Methode, mit der sich Naturschützer seit Jahrzehnten für den Schutz von Amphibien einsetzen. Die Gemeinde Kreuzwertheim im Landkreis Main-Spessart ist jetzt mit ganz anderen, einfachen Mitteln beim Amphibienschutz erfolgreich. Diese könnten Vorbild für ganz Bayern werden.
Amphibienschutz: lokale Hilfe mit geringen Kosten
In einer Zeit, in der bayernweit ein starker Rückgang der Amphibien zu verzeichnen ist, sticht das Beispiel Kreuzwertheim heraus: In den letzten neun Jahren wurden rund 300 Tümpel und Teiche im Kommunalwald ausgebaggert. Dort sammelt sich Regenwasser zu Feuchtgebieten, die bedrohten Amphibien neuen Lebensraum bieten. Die Amphibienaktivität in dem Waldgebiet hat durch die neuen Wasserstellen massiv zugenommen.
Revierleiter Gregor Wobschall betont, dass der Aufwand und die Kosten minimal sind, und dennoch einen großen Effekt haben: "Alles was man braucht, ist ein Bagger." Wobschall freut sich über die positive Entwicklung und sieht darin einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Die Initiative zeige, dass auch mit kleinen Schritten große Erfolge möglich sind.
Vielfalt kehrt zurück und findet ideale Bedingungen
Durch die angelegten Tümpel und Teiche haben sich im Gemeindewald von Kreuzwertheim verschiedene Amphibienarten wieder neu angesiedelt. Zu den Rückkehrern gehören der stark bedrohte Feuersalamander, Grasfrosch, Springfrosch und Teichmolch. Diese Arten stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten und finden in den neuen Wasserstellen ideale Bedingungen zur Fortpflanzung und zum Überleben.
Leuchtturmprojekt für andere Kommunen
Das erfolgreiche Projekt in Kreuzwertheim sei auch Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Kommune. Bürgermeister Klaus Thoma (CSU/FW) sieht den Vorbildcharakter des lokalen Projekts: "Zum einen hoffen wir, dass sich ganz viele Amphibien wohl fühlen und zum anderen, dass es Motivation für andere Gemeinden ist", sagte er BR24.
Thoma betont, dass der Aufwand gering ist und sich kaum bemerkbar macht. Er hofft, dass das Beispiel Kreuzwertheim andere motiviert, ähnliche Projekte zu starten. So könnte mit einem Bagger und künstlich angelegten Wasserstellen auch andernorts neuer Lebensraum für bedrohte Arten entstehen.
Revierleiter Gregor Wobschall begutachtet die angelegten Tümpel und Teiche durch die sich Amphibienarten wieder neu angesiedelt haben.
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