Auf einer PK in Rosenheim präsentierten die Bürgerinitiativen Banner mit denen Sie für einen Ausbau der Bestadstrecke zum Brenner-Nordzulauf werben. 2025 soll der Bundestag entscheiden. Bahn, Brennerbasistunnel, Brennernordzulauf, Rosenheim
Auf einer PK in Rosenheim präsentierten die Bürgerinitiativen Banner mit denen Sie für einen Ausbau der Bestadstrecke zum Brenner-Nordzulauf werben. 2025 soll der Bundestag entscheiden. Bahn, Brennerbasistunnel, Brennernordzulauf, Rosenheim
Bild
Banner der Bürgerinitiativen gegen den Neubau der Brenner-Nordzulaufstrecke
Bildrechte: BR/Anton Rauch
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Anton Rauch
Audiobeitrag

Banner der Bürgerinitiativen gegen den Neubau der Brenner-Nordzulaufstrecke

Audiobeitrag
>

Protestaktion: Ertüchtigung statt Neubau des Brennernordzulaufs

Protestaktion: Ertüchtigung statt Neubau des Brennernordzulaufs

Flagge zeigen, das wollen die Bürgerinitiativen gegen den Neubau einer Brennernordzulauf-Strecke im Raum Rosenheim. Sie kämpfen für die Ertüchtigung der bestehenden Strecke von Bayern nach Tirol. Die Entscheidung im Bundestag wird für 2026 erwartet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

600 Banner haben die Bürgerinitiativen machen lassen. Mit sieben Motiven und Slogans wie "Natur und Heimat statt Großbaustelle" oder "Kein Stuttgart 21 im Inntal".

Banner entlang der Trasse der Neubaustrecke

Diese Banner zum Brennernordzulauf werden vor allem da verteilt, wo die Neubaustrecke verlaufen soll: in Rohrdorf, Stephanskirchen, Flintsbach und im Norden Rosenheims – von Nord nach Süd, östlich und westlich des Inns. Es hätten sich schon hunderte Bürger gemeldet, die so ein Protestbanner an den Gartenzaun oder die Balkonbrüstung hängen wollten, so ein Sprecher von Brennerdialog. Die Rosenheimer Bürgerinitiative versteht sich als eine Art Dach für die organisierten Befürworter einer Ertüchtigung der Bestandsstrecke.

Neubauvariante laut Bürgerinitiativen "utopisch"

Etwa 54 Kilometer lang ist die Neubaustrecke, die die Bahn für einen leistungsfähigeren Schienenverkehr durchsetzen will. Nachdem mehrere Varianten eingehend geprüft worden sind, haben sich die Planer für eine vor allem durch Tunnel verlaufende zweigleisige Hochleistungsstrecke entschieden. Diese Planungen sind laut den Mitgliedern von Brennerdialog utopisch. Der Neubau sei unwirtschaftlich. Laut Bundesregierung ist der Neubau aber wirtschaftlich. Das können sich die Mitglieder der Bürgerinitiative jedoch nicht vorstellen.

Bestandsstrecke sei schon heute leistungsfähig und ausreichend

Die Neubaustrecke mit den langen Tunnelabschnitten liegt offiziell bereits bei geschätzten Kosten zwischen 10 und 15 Milliarden Euro. Die Zahlen hat Staatssekretär Ulrich Lange aus dem Verkehrsministerium genannt. Er ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Bahn. Diese Kosten seien ganz ohne erwartbare Kostensteigerungen wie bei Stuttgart 21 utopisch, so die Bürgerinitiative. Dabei gebe es eine Alternative, die billiger, nachhaltiger und schneller zu realisieren wäre, so Jakob Opperer von der Bürgerinitiative Rohrdorf: Die zwei Gleise der Bestandstrecke, die seit etwa 160 Jahren durchs bayerische Inntal nach Tirol führt. Heute schon könnten auf dieser Strecke wesentlich mehr Züge fahren als tatsächlich rollen. Nämlich mehr als 260. Die anderslautenden Zahlen der Bahn bestreiten die Neubaugegner und kontern mit dem Beispiel. Am 12. Oktober 2024 seien sogar mehr als 360 Züge zwischen Rosenheim und München unterwegs gewesen.

Wachstum des Güterverkehrs erwartet

Das gelte auch für die Zukunft, wenn der Güterverkehr anwachsen soll. Das könnte sogar schneller mit der Bestandsstrecke bewältigt werden, als nach einer erwarteten Fertigstellung der Neubaustrecke, so die Bürgerinitiative. Dabei gehen Thaler davon aus, dass die Bestandsstrecke für Güterzüge mit einer Geschwindigkeit bis zu 120 km/h schon 2032 verfügbar sei und damit bei Fertigstellung des Brennerbasistunnels. Die Neubaustrecke würde dagegen eine Geschwindigkeit von 230 km/h ermöglichen für Personen und Güterzüge. Die Wirtschaft, namentlich die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und die IHK für München und Oberbayern fordern den Ausbau des Brennernordzulaufs vehement und setzten sich für die Neubaustrecke ein.

Geringerer Investitionsbedarf bei der Bestandsstrecke

Bei der Bestandsstrecke genüge es, sie zu ertüchtigen mit zusätzlichen Überholgleisen und neuester Leit- und Sicherungstechnik. Allenfalls ein Tunnel unter Rosenheim könnte später nötig werden. Außerdem könnten mehr Züge über die Strecke Mühldorf – Freilassing Richtung Österreich fahren, wenn dort der Ausbau der ASB 38 endlich vorankomme. Doch auch das sei offen, nach der Nachricht aus Berlin, dass für den Ausbau Mittel in Höhe von mehr als 200 Millionen nicht freigegeben sein sollen.

Bundestag muss entscheiden

Die Entscheidung im Bundestag wird im ersten Halbjahr erwartet. Wenn es nach den Bürgerinitiativen mit ungefähr 2.000 Engagierten geht, hängen dann die Banner sicher bis Ostern und darüber hinaus.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!