Archivbild: Fans gehen ins Münchner Stadion
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Streik im Nahverkehr: Das sollten Fußballfans und Pendler wissen

Streik im Nahverkehr: Das sollten Fußballfans und Pendler wissen

Der angekündigte Streik im öffentlichen Nahverkehr beginnt in München bereits am Mittwoch – am Tag des Champions-League-Spiels in der Allianz Arena. Doch die soll trotzdem öffentlich erreichbar bleiben. Was Fans und Pendler beachten sollten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Infoblock am .

Zu Zehntausenden pilgern Fußballfans stets zur Allianz Arena nach Fröttmanning, wenn dort ein großes Fußballspiel ansteht – viele von ihnen reisen mit der U-Bahn aus der Münchner Innenstadt an. Das ist eigentlich auch für den Mittwoch zu erwarten, denn dann trifft am Abend um 21 Uhr der FC Bayern auf Atalanta Bergamo. Doch ausgerechnet in München ruft die Gewerkschaft Verdi schon ab Mittwochvormittag das Fahrpersonal zur Arbeitsniederlegung auf – und die betrifft auch die U-Bahn.

Not-Netz in München ab 11 Uhr

Der Ausstand in München soll um 11.00 Uhr beginnen und bis zum Freitagmorgen (4.00 Uhr) dauern. Betroffen seien U-Bahnen, Trambahnen und alle Buslinien bis zur Nummer 199, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilte. Bis 9.00 Uhr soll alles noch regulär fahren, danach sollen die Fahrzeuge schrittweise einrücken. Um 11.00 Uhr werde dann auf das Notnetz umgestellt. So sollen Busse die Grundversorgung sichern. Angebote soll es auch auf der beliebten Trambahnlinie 20 geben. 

"Arena-Linie" U6 auf Notbetrieb

Fußballfans dürften am Mittwochabend dennoch vergleichsweise glimpflich davon – beziehungsweise ans Ziel – kommen. Der Plan laut MVG ist nämlich, den Betrieb auf den Linien U3/U6 abschnittsweise aufzubauen. Wie bei den vergangenen Streiktagen liege die Priorität auf dem Abschnitt zwischen Innenstadt und Fröttmaning, so die MVG. "Damit ist abends auch die Allianz Arena mit der U-Bahn erreichbar." Wie oft die U-Bahnen dann tatsächlich nach Fröttmaning fahren, hänge von der Personalverfügbarkeit ab.

Für die Anreise zum Stadion steht laut MVG zudem ab 18:30 Uhr der kostenlose Bustransfer des FC Bayern zwischen der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke und Kieferngarten zur Verfügung. Von dort ist die Allianz Arena fußläufig über die Kieferngartenstraße erreichbar. Nach dem Spiel fahren die Busse vom Kieferngarten zum Stachus.

Fußballfans bevorzugt? MVG widerspricht

Schon beim vergangenen Streik im Februar hatte die Taktung Richtung Allianz Arena – während andernorts gar nichts fuhr – für Irritationen gesorgt. Die MVG erklärte gegenüber BR24 damals, da das Personal am Streiktag nicht für den Betrieb der gesamten Strecke reiche, habe man sich auf einen Abschnitt beschränkt. "Die Priorität lag immer schon auf der Linie U6, weil das die meistbefahrene Linie ist", so der MVG-Sprecher. "Da haben wir nichts an unserem Konzept geändert."

MVG und FC Bayern appellieren an Fußballfans

Die MVG empfiehlt allen Fahrgästen, sich am Mittwoch auf der Webseite oder der App "MVGO" über das konkrete Angebot zu informieren. Die Fußballfans insbesondere bittet die Verkehrsgesellschaft, möglichst frühzeitig anzureisen und sich vor allem nach dem Spiel darauf einzustellen, dass die Heimreise länger dauern kann als üblich. Denn die Anreise zum Stadion ist zeitlich etwas variabel, aber nach dem Spiel wollen alle gleichzeitig wieder nach Hause. Ähnliches lässt der FC Bayern verlauten: Trotz aller Bemühungen seien bei der An- und Abreise hier und da Behinderungen zu erwarten. Man appelliere daher "an alle Fans ein weiteres Mal, mehr Zeit einzuplanen und eine Anreise mit dem PKW nach Möglichkeit in Fahrgemeinschaften zu organisieren".

Auch am Donnerstag wird gestreikt

Am Donnerstag geht der Streik dann ganztags weiter, Busse sollen weiter "ein gewisses Grundangebot" sichern. Die S-Bahn, die Regionalzüge und die MVV-Regionalbuslinien werden nicht bestreikt. Ein regulärer Betrieb ist der MVG zufolge voraussichtlich wieder ab Betriebsbeginn am Freitag möglich.

Der bayerische Streik-Flickenteppich

Arbeitsniederlegungen soll es außer in München noch in weiteren bayerischen Städten geben, etwa in Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Schweinfurt, Passau und Landshut – mehr dazu hier.

Über Art und Dauer der Warnstreiks entscheiden die örtlichen Verdi-Gremien, was wiederum einen Überblick über die Einschränkungen komplizierter macht. Während Busfahrerinnen und Busfahrer in Bamberg zum Beispiel nur für Donnerstag dazu aufgerufen wurden, sich nicht hinters Steuer zu setzen, plante Verdi einen ersten Warnstreik in München schon für Dienstag – allerdings nicht beim Fahrpersonal, sondern bei den Mitarbeitenden der Leitstelle und im Fahrgastservice.

Besonders hart trifft es dieses Mal Passagiere in Passau. Sie müssen sich auf gleich drei Streiktage einstellen. Von Donnerstagfrüh bis zum Betriebsschluss am Samstagabend soll der Nahverkehr hier ruhen. Sonntagfrüh werde alles wieder normal fahren, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

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