Die Dieselzüge in Nordbayern sollen bis zum Jahr 2040 ausrangiert werden. Stattdessen sollen elektrische Hybrid-Triebzüge zum Einsatz kommen. Am Donnerstag haben Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und der Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, Heiko Büttner, in Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach dazu einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.
"Dieselinsel ade": 74 Kilometer Schiene sollen elektrifiziert werden
Demnach sollen 74 Kilometer im Nordbayerischen Schienennetz elektrifiziert und zwei Ladestationen gebaut werden. Auf den restlichen Strecken ohne elektrische Oberleitung sollen die Triebzüge dann mit Akkubetrieb fahren. Die DB hat nun den Auftrag, diesen Ausbau für den elektrischen Zugbetrieb zu planen. Der Freistaat Bayern finanziert das Vorhaben mit 64 Millionen Euro.
Der Kulmbacher Landrat Klaus-Peter Söllner (FW) nannte die Vertragsunterzeichnung einen guten Tag für Oberfranken, ebenso wie sein Hofer Landratskollege Oliver Bär (CSU). Beide hatten sich in der Interessengemeinschaft Elektrifizierung der Oberfranken-Achse (IGE), also der Eisenbahnstrecke von Hochstadt im Landkreis Lichtenfels über Kulmbach und Neuenmarkt nach Hof, für den Akkubetrieb starkgemacht. Die sogenannte "Dieselinsel Oberfranken" sei ab 2040 Geschichte, ergänzte Bär.
Elektrische Oberleitung bis in die Festspielstadt Bayreuth
Auch der Bayreuther Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) betonte, dass ein Mobilitätswandel nur mit der Elektrifizierung gelinge. Die Stadt Bayreuth erhält nach den am Donnerstag vorgestellten Plänen eine elektrische Oberleitung – einmal von Kirchenlaibach im Landkreis Bayreuth kommend bis zum Bahnhof in Trebgast im Landkreis Kulmbach und eine zweite Leitung von Schnabelwaid im Landkreis Bayreuth bis in die Stadt Bayreuth.
Elektrifiziert werden außerdem die Strecken von Oberkotzau nach Rehau im Landkreis Hof, von Hochstadt bis Mainroth im Landkreis Kulmbach sowie von Oberkotzau bis Münchberg im Landkreis Hof. Stationäre Ladestationen für die Akku-Züge sollen in Bad Steben im Landkreis Hof und in Forchheim errichtet werden sowie in Neustadt an der Waldnaab.
Triebzüge mit Neigetechnik sollen zum Einsatz kommen
Vorgesehen ist, die einzelnen Streckenabschnitte schrittweise zwischen den Jahren 2033 und 2040 zu elektrifizieren. Zum Einsatz sollen dann dreiteilige Triebzüge kommen, die mit Neigetechnik ausgestattet sind. Sie sollen bis zu 160 Kilometer pro Stunde schnell sein und eine Reichweite von 170 Kilometern plus Reserve haben.
Die Züge bieten Sitzplätze für bis zu 190 Passagiere und damit mehr als die bisherigen Dieselzüge. Sie werden niederflurig sein, damit auch Menschen mit Handicap problemlos ein- und aussteigen können. Zudem ist geplant, die Züge mit zwei Stromabnehmern auszurüsten, um auch im tschechischen Eisenbahnnetz fahren zu können und die Strecken bis nach Cheb bedienen zu können.
Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und der Konzernbeauftragte der Bahn, Heiko Büttner, haben in Neuenmarkt den Vertrag unterzeichnet.
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