Gundremmingen, kurz nach der Sprengung der Kühltürme
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Neue Pläne für den ehemaligen AKW-Standort
Bildrechte: pa/Walter G. Allgöwer
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Gundremmingen 2.0: Vom AKW zum Fusionsstandort

Gundremmingen 2.0: Vom AKW zum Fusionsstandort

Saubere Energie aus dem Fusionsreaktor: In Gundremmingen soll nach dem Willen der CSU-Landtagsfraktion der erste kommerzielle Fusionsreaktor Deutschlands geplant werden. Die Reaktionen vor Ort sind skeptisch bis positiv.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

"Mit Blick auf die Arbeitsplätze finde ich das schon gut", sagt ein junger Mann. Ein älterer Herr zeigt sich skeptisch: "Dass es keinen Müll geben soll? Da hab ich auch schon anderes gehört." Und eine Frau findet: "Vielleicht ist das ja sinnvoller als mit Öl oder Gas Energie zu erzeugen." Hört man sich in Günzburg auf der Straße um, sind die Meinungen gemischt. Noch findet man hier, wenige Kilometer von Gundremmingen entfernt, kaum jemanden, der weiß, wie ein "Magnetfusionsreaktor" funktioniert.

Es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass am 25. Oktober die 160 Meter hohen Kühltürme des alten Atomkraftwerks in Gundremmingen gesprengt wurden. Erste Spuren der Zukunft des traditionsreichen Energie-Standortes waren dann vier Tage später zu sehen: Da gab es den Spatenstich für einen riesigen Batteriespeicher, der auf dem Gelände des alten Kernreaktors gebaut wird. Und nun soll hier auch noch ein sogenannter Magnetfusionsreaktor entstehen, wenn es nach den Plänen der CSU im Bayerischen Landtag geht.

Große Pläne für Bayern

"Wir sind bei der Fusionsenergie weit voran. Wir wollen ein internationaler Player sein", so CSU-Chef Markus Söder. Bayern plane, mit Partnern wie dem Energiekonzern RWE oder dem Fusions-Start-Up Proxima in Gundremmingen einen Reaktor auf den Weg zu bringen, der "schon Funktionsweise hat", wie der Ministerpräsident erklärte. Zusätzlich solle in Garching ein Demonstrationsreaktor entstehen. Ein weiterer Reaktor, der mit Laser-Fusionstechnik arbeitet, soll darüber hinaus nach Südbayern kommen.

Landrat begrüßt Fusionsreaktorprojekt

Günzburgs Landrat Hans Reichhart (CSU) reagierte positiv auf die Nachricht. Das Projekt sei eine Antwort auf die zentralen Energiefragen der Zukunft, sagte er. Der geplante Magnetfusionsreaktor soll künftig CO₂-freien und grundlastfähigen Strom liefern und das ohne langlebige, hochradioaktive Abfälle. Laut Reichhart könne die neue Technologie langfristig für stabile Energiepreise sorgen und sei ein wichtiger Vorteil für die Bevölkerung sowie für die heimische Wirtschaft.

Gundremmingen bleibt Energiestandort

Bürgermeister Tobias Bühler (CSU) sieht den Bau des ersten kommerziellen Fusionsreaktors in Gundremmingen als ein starkes Signal für den Standort. Hochqualifizierte Arbeitsplätze blieben erhalten, bestehende Infrastruktur würde genutzt und gleichzeitig ein Beitrag zu sauberer, verlässlicher Energie für kommende Generationen geleistet, heißt es in einer Mitteilung.

Die Pläne für ein Magnetfusionskraftwerk stehen noch ganz am Anfang – zumal die Technik noch nicht ausgereift ist. Der Batteriespeicher hingegen, der in Gundremmingen entsteht, soll bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Die schwäbische Gemeinde Gundremmingen wird auch weiterhin ein bedeutender Energiestandort bleiben. Denn neben dem Batteriespeicher sollen dort noch ein Gaskraftwerk und ein großer Solarpark entstehen.

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