Nach dem US-Angriff auf Venezuela haben Hunderte Menschen in Bayern gegen die Militäraktion protestiert. In der Landeshauptstadt versammelten sich schätzungsweise 400 Menschen, in Nürnberg folgten 180 Menschen einem Aufruf. Auch in anderen Städten Deutschlands gingen Menschen auf die Straßen.
"Nein zur Intervention – Venezuela ist nicht allein"
Die Aktion in München stand unter dem Motto "Nein zur Intervention – Venezuela ist nicht allein". Initiiert wurde die Veranstaltung, die um 15 Uhr auf dem Münchner Odeonsplatz begann, von einer Privatperson. Angemeldet waren 100 Teilnehmer, laut Polizei zog letztlich ein Demonstrationszug mit 400 Menschen bis zum Prinz-Carl-Palais. Besondere Vorkommnisse wurden zunächst nicht gemeldet.
In Nürnberg kamen laut einer Schätzung der Polizei in der Straße der Menschenrechte etwa 180 Menschen zu einer Spontankundgebung zusammen. Die Teilnehmer hielten Transparente und Schilder in die Höhe mit Aufschriften wie "Trump zerstört das Völkerrecht", "Hände weg von Venezuela und Iran" oder "Handschellen für Trump". Eingeladen zu der Kundgebung hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken, das Friedensforum Nürnberg, die Linke Nürnberg sowie die Nürnberger Grünen unter dem Motto "Frieden und Freiheit für Venezuela".
"Trump-Regierung hat Völkerrecht mit Füßen getreten"
Der Vorsitzende des DGB Mittelfranken, Stephan Doll, befindet sich aktuell im Ausland, übermittelte aber Grußworte. Der Angriff der USA auf Venezuela sei aufs Schärfste zu verurteilen, so Doll. "Die anti-demokratische Trump-Regierung hat das Völkerrecht mit Füßen getreten". Die Menschen in Venezuela hätten das Recht, über ihr Land selbstbestimmt und ohne Einfluss von außen zu entscheiden. "Dies muss auch die Bundesregierung und die EU deutlich einfordern", so Doll weiter.
Als Redner trat unter anderem der evangelische Erlanger Pfarrer Thomas Zeitler ans Mikrofon. Er bezeichnete im BR-Interview Trumps Begründung für den Angriff auf Venezuela als "Fake": "Die Drogenflüsse sind wo ganz anders". Es gehe um Einflusssphären, "und es geht um Öl", so Zeitler.
Angriff der USA auf Venezuela am Wochenende
Hintergrund der Solidaritätsbekundungen ist der militärische Angriff der USA auf Venezuela. In der Nacht zum Samstag wurden dabei der Staatspräsident Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores gefangen genommen und außer Landes gebracht. Sie sollen in New York vor Gericht gestellt werden, unter anderem wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus".
Proteste auch in Düsseldorf und Hamburg
Auch in anderen deutschen Städten protestierten Menschen gegen die Militäraktion der USA in Venezuela. In Düsseldorf waren es rund 240 Menschen. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, bevor sie vor dem US-Generalkonsulat nahe dem Hauptbahnhof die Abschlusskundgebung abhielten. In Hamburg waren bereits am Samstagabend rund 300 Menschen auf die Straße gegangen, für Sonntag war eine weitere Demonstration angekündigt.
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